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Schnarchen & Schlafapnoe

22. Juni 2020

Schnarchen & Schlafapnoe

…lästige Störung oder ernste Krankheit?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die moderne Medizin bezeichnet in Anlehnung an den altgrie­chi­schen Begriff „Apnoia“ den krank­haften Atemstill­stand während des Schlafens als Schlaf­apnoe.

Dass es sich bei der Schlaf­apnoe um eine weit verbreitete und ernst zu nehmende Krankheit mit schwer­wie­genden Begleit- und Folge­er­schei­nungen handelt, wurde erst in den letzten Jahren wirklich erkannt.

Vermutlich hat Ihr Arzt eine solche Schlaf­störung bei Ihnen diagnos­ti­ziert oder im Verdacht und Sie an ein Schlaf­labor überwiesen. Mit dieser Broschüre, die wir gemeinsam mit Ärzten und Verbänden erarbeitet haben, möchten wir Ihnen eine erste Orien­tierung zum Thema Schlaf­apnoe geben. Sie finden hier die wichtigsten Infor­ma­tionen auf einen Blick – über die Krankheit selbst sowie über ihre Ursachen, Risiken, Symptome, Folge­krank­heiten, Thera­pie­formen- und natürlich den Zusam­menhang zwischen Schnarchen und Schlaf­apnoe.

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, sich an die Ihrem Wohnort nächst­ge­legene Selbst­hil­fe­gruppe zu wenden. Die Kontakt­hin­weise finden Sie im letzten Kapitel der Broschüre.

Wir würden uns freuen, Ihnen eine erste Orien­tierung und Hilfe­stellung geben zu können.

Wer schnarcht – und nichts dagegen unter­nimmt – schläft und lebt gefährdet!

Ihr

Bundes­verband Schlaf­apnoe Deutschland (BSD) e.V.


Was ist Schlaf­apnoe?

Von Schlaf­apnoe betroffen sind vor allem Menschen die schnarchen. Dies sind etwa 10 % der Männer ab 40 Jahren, 2 % der Frauen – meist nach der Menopause – manchmal trifft es jedoch auch Jüngere.
Doch nicht alle Schnarcher leiden unter Schlaf­apnoe. Ganz sicher aber die starken Schnarcher. Selbst Nicht-Schnarcher können an der Schlaf­apnoe leiden!


Symptome der Schlaf­apnoe

Symptome wie Herzbe­schwerden, hoher Blutdruck, morgend­licher Kopfschmerz, unruhiger Schlaf, Konzen­tra­ti­ons­schwäche, Tages­mü­digkeit, Einschlaf­neigung bei der Autofahrt und im Beruf (Sekun­den­schlaf!), sogar Harndrang mit Schlaf­un­ter­bre­chung und viele andere Beschwerden können die Ursache in der Schlaf­apnoe haben. Das Risiko einen Herzin­farkt oder Schlag­anfall zu bekommen verdoppelt sich. Doch es kann Ihnen geholfen werden!


Formen der Schlaf­apnoe

a. obstruktive Schlaf­apnoe
Die obstruktive Schlaf­apnoe ist die weitaus häufigste Form des Schlaf­apnoe-Syndroms. Die Betrof­fenen schnarchen und haben eine flache Atmung sowie Atemaus­setzer während des Schlafens.
Das Schnarch­ge­räusch entsteht durch hohe Luftge­schwin­digkeit, wodurch Weich­teile im Rachen beim Ein- und Ausatmen in Schwin­gungen geraten. Während des Schlafes sind Zunge und andere muskulöse Bestand­teile des Rachens zeitweise völlig entspannt. Die Zunge rutscht tiefer in den Rachen, die verblei­bende Rachen­öffnung wird kleiner und kleiner, bis sie sich ganz schließt. Damit setzt das Schnarchen aus und es kommt zu einem Atemstill­stand – die Schlaf­apnoe – beginnt.

b. die zentrale Schlaf­apnoe
Hier ist es die ausblei­bende Steuerung vom Gehirn, die den Atemstill­stand verur­sacht. Das Schnarchen spielt meist eine unter­ge­ordnete Rolle. Mit dem Ausfall des Atems beginnt die Schlaf­apnoe. Von dieser rein zentralen Schlaf­apnoe sind nur relativ wenige Mitmen­schen betroffen.

Die Mehrzahl aller Betrof­fenen haben eine gemischte Form von obstruk­tiver und zentraler Schlaf­apnoe.


Atemstill­stände

Atemstill­stände von mehr als 10 Sekunden bis hin zu 2 und sogar 3 Minuten (!) wieder­holen sich mehrfach während des Schlafes. Häufig­keiten von 100 – 500 Atemstill­ständen während einer Nacht sind keine Seltenheit. Betroffene, die unter Schlaf­apnoe leiden, kommen nicht in den erhol­samen Tiefschlaf, sie haben immer ein verstärktes Schlaf­be­dürfnis.

Das Gehirn bemerkt jeweils einen akuten Notstand und veran­lasst beim Schläfer eine Weckre­aktion. Diese greift in die Schla­f­ar­chi­tektur ein und hebt den Schlaf kurzzeitig auf eine flachere Ebene an. Der Tiefschlaf kommt dadurch zu kurz.

Die Weckre­aktion verur­sacht, dass sich die Muskeln spannen, der Schlaf­apnoiker bewegt oder dreht sich in eine andere Lagepo­sition. Der Atemweg öffnet sich wieder. Der Vorgang wiederholt sich nun in der genannten Häufigkeit.

Betroffen sind besonders schwer­ge­wichtige Menschen, doch auch Schlanke sind davon nicht verschont. Das Überge­wicht wirkt jedoch verstärkend.



Ursachen, Symptome und Folge­er­schei­nungen

Mögliche Ursachen für Schlaf­apnoe

Schlaf­apnoe ist eine Krankheit, deren genaue Ursache der medizi­ni­schen Forschung noch Rätsel aufgibt. Man nimmt an, dass erbliche Faktoren eine Rolle spielen und weiß, dass eine Reihe von Faktoren wie z. B. starkes Überge­wicht, unregel­mäßige Schlaf­zeiten das Auftreten der obstruk­tiven Schlaf­apnoe begüns­tigen.

Eine gesunde Lebens­weise vermindert das Risiko der Erkrankung somit um ein Vielfaches. In seltenen Fällen kann eine Schlaf­apnoe auch durch starre oder beweg­liche Engstellen in der Luftpassage in Nase und Rachen hervor­ge­rufen werden. In den oberen Luftwegen findet man zum Beispiel verengte Abschnitte (z. B. Nasen­schei­de­wand­ver­krümmung, Polypen, vergrö­ßertes und verbrei­tertes Zäpfchen).

Wenn notwendig, können solche Verän­de­rungen operativ korri­giert werden. In sehr seltenen Fällen sind kiefer­chir­ur­gische Opera­tionen notwendig und in der Therapie der Schlaf­apnoe erfolg­reich.


Symptome und Folge­er­schei­nungen

Anstatt sich im Schlaf zu erholen, durchlebt der Apnoiker aufein­ander folgende Stress­si­tua­tionen, die sich in verschie­denen Symptomen äußern und zu zahlreichen Folge­er­kran­kungen führen können.

Das häufigste Symptom der Schlaf­apnoe ist die Tages­mü­digkeit. Ständige, kaum kontrol­lierbare Schlaf­an­fälle am Tag, besonders gefährlich natürlich beim Autofahren. Täglich der zermür­bende Kampf ums Wachbleiben. Dazu Kopfschmerzen, Erschöpfung, Albträume, sexuelle Funkti­ons­stö­rungen, die bei Männern bis zur Impotenz führen können. Zunehmend das Gefühl, den Anfor­de­rungen von Familie und Beruf nicht mehr gewachsen zu sein. Dabei sind natürlich auch gerade die psychi­schen Belas­tungen nicht zu unter­schätzen. Vielen Patienten entgleitet langsam ihr Leben, sie sind zunehmend unkon­zen­triert, reagieren nervös, gereizt und aggressiv. Andere werden depressiv oder deuten ihren Leistungs­abfall als frühe Alters­er­scheinung.


Die Schlaf­apnoe verschlechtert schließlich nicht nur die Lebens­qua­lität auf drastische, mitunter drama­tische Weise, sondern auch die Lebens­er­wartung.

Studien haben gezeigt, dass diese bei unbehan­delten Patienten aufgrund der Folge­er­kran­kungen gegenüber Gesunden deutlich herab­ge­setzt ist. Nicht zu vernach­läs­sigen sind auch die gestei­gerten Risiken im Alltag.

Nach einer Unter­su­chung des HUK-Verbandes über tödliche Unfälle auf den Autobahnen ist Einschlafen am Steuer mit 24% die häufigste Unfall­ur­sache.

Quelle: Bayeri­sches Staats­mi­nis­terium des Inneren


Die Schlaf­for­schung und ‑medizin könnte durch Früherkennung und Behandlung schlaf­be­zo­gener Erkran­kungen einen großen Beitrag zur Verhin­derung von Unfällen leisten.


Im Alter erhöht sich das Risiko des Schlaf­apnoikers, während des Schlafens einem plötz­lichen Herztod oder einem Schlag­anfall zu erliegen. Medizi­nische Studien zeigen, dass bei 50 – 70% der Schlaf­apnoiker eine Bluthoch­druck­erkrankung vorliegt, hingegen bei der Gesamt­be­völ­kerung nur bei 10 – 20%. Anderer­seits findet sich bei ca. 30% der Hochdruck-Patienten eine Schlaf­apnoe, so dass die Apnoe als eine Ursache des Hochdrucks angenommen wird.

Leider wird die Schlaf­apnoe auch heute noch meist nicht als Krank­heits­ur­sache diagnos­ti­ziert, sondern lediglich deren Folgen behandelt.


Häufigkeit der Schlaf­apnoe

Insgesamt leiden ca. 4% der Bevöl­kerung an Schlaf­apnoe.
Dabei sind zum größten Teil Männer zwischen 30 und 60 Jahren betroffen. Auch bei Frauen kann Schlaf­apnoe vorkommen, jedoch meistens erst in oder nach den Wechsel­jahren.



… auf einen Blick


Risiko-Faktoren

  • starkes Überge­wicht
  • üppige Mahlzeiten am Abend
  • Alkohol, besonders am Abend
  • Rauchen
  • Schlaf- und Beruhi­gungs­mittel
  • unregel­mäßige Schlaf­zeiten (z. B. bei Schicht­arbeit)
  • an Schlaf­apnoe leidende nahe Verwandte
  • männliches Geschlecht
  • Engstellen im Nasen-/Rachenraum (z. B. durch vergrö­ßerte Mandel)


Symptome

  • lautes, unregel­mä­ßiges Schnarchen
  • ständige Müdigkeit, Einschlaf­zwang
  • vermin­derte geistige und körper­liche Leistungs­fä­higket
  • Konzen­tra­ti­ons­schwäche
  • Nervos­tität, Gereiztheit
  • Kopfschmerzen
  • Albträume
  • Depres­sionen
  • sexuelle Störungen, Impotenz
  • Bettnässen bei Kindern
  • Schwin­del­an­fälle
  • Persön­lich­keits­ver­än­de­rungen
  • nächt­liches Schwitzen


Mögliche Folgen

  • Bluthoch­druck­erkran­kungen
  • Herzrhyth­mus­stö­rungen
  • koronare Herzkrankheit
  • Herzin­farkt
  • plötz­licher Herztod
  • Schlag­anfall
  • krank­hafte Vermehrung der roten Blutkör­perchen
  • nächt­liches Nasen­bluten
  • Depres­sionen
  • erhöhte Unfall­gefahr



Schlaf­apnoe bei Kindern

Tatsächlich gibt es auch bei Kindern relativ häufig Atemstö­rungen im Schlaf, die sich durch lautes Schnarchen, unruhigen Schlaf, seltener sogar durch richtige Atemstill­stände bemerkbar machen. Zum Teil begleitet von Konzen­tra­ti­ons­stö­rungen, deutlicher Unruhe am Tage oder plötzlich wieder auftre­tendes Bettnässen. Schlaf­ge­störte Kinder sind schlechter in der Schule.

Wenn ein Kind an Schlaf­stö­rungen leidet (Schnarchen ist auch eine Schlaf­störung), kann die ganze Familie in Mitlei­den­schaft gezogen werden. Meistens haben die Eltern keine klare Vorstellung, ob ihr Kind ein normales oder unnor­males Schlaf­muster aufweist.

Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei behilflich sein, eventuelle Schlaf­stö­rungen Ihres Kindes zu erkennen, und zudem brauchbare Methoden aufzeigen, mit denen Sie Ihrem Kind gesunde Schlaf­ge­wohn­heiten beibringen können.

Wann bedarf es profes­sio­neller Hilfe?

Sobald der Schlaf dem Kind oder der Familie Probleme bereitet, ist es an der Zeit, einen Arzt aufzu­suchen, der das Kind im Bedarfsfall an einen pädia­tri­schen Schlaf­me­di­ziner überweist.

Schnarchen bei Kindern ist jedoch nur in Ausnah­me­fällen auf eine Schlaf­apnoe zurück­zu­führen. Die Ursache liegt meist bei vergrö­ßerten Polypen oder Mandeln. Besonders Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren schnarchen oft, weil ihre Gaumen- und Rachen­mandeln, die Abwehr­organe gegen Viren und Bakterien, überpro­por­tional zum Kopf vergrößert sind.

In diesem Fall kann ein thera­peu­ti­scher Erfolg durch Polypen- und Mandel­ent­fernung erzielt werden. Auf jeden Fall ist bei Schnarchen des Kindes eine frühzeitige Vorstellung beim HNO-Arzt zu empfehlen.



Diagnostik

Sollten Sie den Verdacht haben, an Schlaf­apnoe zu leiden, weil Sie nachts laut und unregel­mäßig schnarchen sowie tagsüber ständig müde und unkon­zen­triert sind, wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, einen Inter­nisten, Pneumo­logen, Neuro­logen, Kardio­logen oder HNO-Arzt.

Schlaf­labore, in denen das Schlaf­ver­halten analy­siert wird, sind immer noch überlastet, und die Patienten müssen oftmals mehrere Monate warten, bis sie unter­sucht werden können. Damit die vorhandene Kapazität möglichst zielge­richtet zum Einsatz kommen kann, ist es wichtig, dass die direkte Einweisung in ein Schlaf­labor auf unmit­telbar bedrohte Patienten, z. B. mit Herzrhyth­mus­stö­rungen und erhöhter Unfall­gefahr, beschränkt bleibt. Patienten, deren Gefährdung nicht so eindeutig ist, sollten gut vorun­ter­sucht und erst danach ggf. in ein Schlaf­labor überwiesen werden.

Bei nieder­ge­las­senen Ärzten oder in Schlaf­la­boren wird heute bei Patienten mit Verdacht auf Schlaf­apnoe eine Diagnose mittels einer polygra­phi­schen oder polys­om­no­gra­phi­schen Unter­su­chung durch­ge­führt:

  • Schnarchen und Atemfluss
  • die Sauer­stoff­sät­tigung im Blut über einen Finger­sensor
  • Ateman­strengung und Körper­po­sition

Wird die Diagnostik mittels eines ambulanten Polygraphen durch­ge­führt, kann der Patient das Gerät mit nach Hause nehmen.
Am nächsten Morgen können die gespei­cherten Daten des Polygraphen dann über einen Computer in der Arztpraxis abgerufen werden. Das Gerät hat den Vorteil, dass der Schlaf des Patienten zu Hause in der gewohnten Umgebung aufge­zeichnet wird.

Nach der Unter­su­chung mit dem Polygraphen und der einge­henden Diagnostik im Schlaf­labor ist der Arzt in der Lage, dem Patienten seine Erkrankung genau zu erklären und die notwen­digen thera­peu­ti­schen Schritte einzu­leiten.



Therapie

Nach der Diagnostik wird die Therapie einge­leitet. Das ist bei eindeu­tiger Apnoe fast immer ein nCPAP-Gerät (Gerät zur nasalen, konti­nu­ier­lichen Luftdruck­schienung des Schlundes, vergleichbar einem aufge­pumpten Fahrrad­schlauch). Es handelt sich dabei nicht um eine Sauer­stoff­be­atmung.

Die Luft aus der Umgebung wird unter leichtem Überdruck durch ein (heute sehr leise arbei­tendes) Gebläse über die Nase in die Lunge geführt. Die Atemarbeit macht der Patient nach wie vor selbst. Damit ist es auch kein Beatmungs­gerät, dieses findet in anderen Krank­heits­bildern Anwendung. Die Luft wird über einen leichten Schlauch in die Nasen­maske geführt. Diese Maske ist mit einem einfachen Band am Kopf befestigt. Der Patient verbringt so die Nacht. Die Luftzu­führung ist nur im ersten Augen­blick erschre­ckend, weil ungewohnt. Daran gewöhnt man sich jedoch schnell, man bemerkt den Druck selbst später fast nicht mehr. Doch es gibt Ausnahmen.

Besonders die Maske wird anfangs als Fremd­körper im Gesicht wahrge­nommen: Je höher der Leidens­druck, je schneller wird die Therapie meist angenommen. Schwie­riger ist es für den Patienten, der nur eine leichte bis mittlere Apnoe (Apnoe-Index ca. 10 – 30/h) hat. Dies hängt mit dem enormen Überhang an Schlaf­be­dürfnis zusammen, der bei einer schwerer Apnoe immer vorliegt.

Der richtige Maskensitz muss vor dem Einschlafen geübt werden, denn die Maske kann bei den üblichen Lageän­de­rungen verrut­schen. Wichtig ist, dass die Befes­tigung der Maske nicht immer nur strammer einge­stellt wird, denn dadurch wird oft ein gegen­tei­liger Effekt erreicht, weil die Dichtungs­wirkung der Masken­weich­teile ausge­schaltet werden. Eine profes­sio­nelle Masken­an­passung und Thera­pie­ein­weisung kann für den Erfolg der Therapie von großer Bedeutung sein.

Das nCPAP-Verfahren, oder auch das ähnliche BiLevel-Verfahren, ist der Goldstandard gegen die Schlaf­apnoe. Das geht sogar (fast) ohne negative Neben­wir­kungen, wie es sonst bei Medika­menten bekannt ist.



Empfeh­lungen für eine gesunde Schlaf­hy­giene

Lassen Sie sich im Schlaf­labor, in dem Sie auf ein nCPAP- / APAP oder biLEVEL-Gerät einge­stellt werden, ausführlich beraten und verschiedene Geräte zeigen. Beachten Sie, dass die neuen Geräte aus gutem Grund weiter­ent­wi­ckelt wurden – denn nur ein flüster­leises und gut ausge­stat­tetes Gerät ermög­licht Ihnen eine auf Dauer erfolg­reiche Therapie.


So wie eine Brille eine Sehhilfe ist, ist die nCPAP-Therapie eine Atemhilfe, die entscheiden dazu beiträgt, Ihre Lebens­qua­lität zu steigern.


Andere Verfahren drängen immer wieder auf den Markt, andere fallen hinten runter. Für uns Apnoiker sind diese Versuche wertvoll, vielleicht ersetzen sie uns eines Tages den Krück­stock oder unsere Brille, mit denen unser nCPAP-Gerät vergleichbar ist, denn sie heilen nicht, helfen aber unser Problem auszu­schalten.

Folgende andere Lösungen sind bekannt, die aber bei weitem nicht den gleichen Erfolg nachweisen konnten:

  • Der Unter­kiefer wird durch eine Zahnspange im Schlaf nach vorn gezogen, um dadurch den Schlund­quer­schnitt zu vergrößern.
  • Die Zunge wird durch eine andere Zahnspange hinunter gedrückt, um ein Zurück­fallen der entspannten Zunge im Schlaf in den Schlund zu verhindern.
  • Die Zungen­mus­ku­latur wird elektrisch stimu­liert und trainiert, damit sie nicht so leicht nach hinten fällt. Es gibt hier bei einigen gute Erfolgs­aus­sagen. Dieses inter­es­sante Verfahren ist noch sehr neu, hoffentlich noch entwick­lungs­fähig.
  • Chirur­gische Eingriffe in den Schlund zur Straffung der Gaumen­segel und Kürzung des Zäpfchens werden mit oder ohne Laser ausge­führt, um die Schnarch­ge­räusche zu mindern oder auszu­schalten. Die Ursache, die Muskel­schwäche des Schlundes, wird damit nicht erreicht. Schnarchen wird man über einige Jahre verhindern, doch Schlaf­apnoe – verur­sacht im Schlund – wird man damit kaum reparieren können.
  • Chirur­gische Eingriffe in den Unter- und Oberkiefer, um z.B. durch Vorziehen des Unter­kiefers (bei zurück­ste­hendem Kinn) – wie oben mit der Zahnspange – eine dauer­hafte Vergrö­ßerung des Schlundes zu erreichen. Dieses Verfahren ist vielleicht erfolg­reich, wenn die entspre­chenden anato­mi­schen Voraus­set­zungen vorliegen.

Auskünfte über die Wirksamkeit können u.a. auch über die Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­tionen erfragt werden! Diese sind neutral und nicht von Berufs­in­ter­essen belastet.


Was Sie selber für eine gesunde Schlaf­hy­giene tun können

Am Tage

Regel­mä­ßiger Tages­rhythmus. Die täglichen Aktivi­täten und vor allem die Mahlzeiten sollten möglichst regel­mäßig und zur gleichen Zeit erfolgen. Wenn Sie sich an einem gleich­mä­ßigen Takt halten, kann sich Ihr Körper besser auf den Schlaf vorbe­reiten.

Kein Kaffee. Anregende Getränke oder Speisen aber auch Medika­mente können den Schlaf natürlich stören, der ohne Entspannung nicht möglich ist. Die Störung ist umso größer, je kürzer sie vor dem Schla­fen­gehen genommen wird.

Genügend körper­liche Bewegung. Tagsüber benötigt der Körper genügend Bewegung, um am Abend auch die notwendige Müdigkeit zum Einschlafen zu finden.

Sport. Sport am Abend kann eine aktivie­rende Wirkung haben, die das Einschlafen verzögert. Anderer­seits benötigen wir aber körper­liche Bewegung für unsere Gesundheit. Deswegen am Abend moderaten Sport, jedoch nicht bis zur Erschöpfung.

Mittags­schlaf. Mittags­schlaf dann vermeiden, wenn Einschlaf­stö­rungen vorliegen. Ansonsten ist eine kurze (max. 30 Minuten) Mittagsruhe gesund und sollte, wann immer sich die Möglichkeit ergibt, einge­halten werden.

Kein Appetit­zügler. Diese regen unser Nerven­system an und sorgen damit für einen schlech­teren Schlaf. Einschlafen und tiefer Schlaf sind betroffen.

Am Abend

Mahlzeiten. Durch die erhöhte Verdau­ungs­tä­tigkeit wird der Organismus durch späte und schwere Mahlzeiten belastet und somit das Schlafen, vor allem das Durch­schlafen, gestört.

Alkohol. Möglichst kein Alkohol. Zwar schläft man nach Alkohol­genuss schneller ein, der folgende Schlaf wird aber deutlich gestört. Eine Erholung durch den Schlaf findet nicht statt.

Rauchen. Vor dem Schla­fen­gehen nicht mehr rauchen. Auch Nikotin regt an und stört damit vor allem das Einschlafen. Dies gilt auch für das nächt­liche Rauchen.

Ruhe. Vor dem Zubett­gehen – mindestens 30 Minuten vorher – zur Ruhe kommen. Spazier­gänge, ruhige Musik oder Gespräche entspannen.

Zubett­gehen. Möglichst immer das gleiche Ritual zum Einschlafen einhalten. Hier wird dem Körper signa­li­siert, dass bald geschlafen werden soll.

Einschlafen. Entspannen, leichte Musik hören, nicht grübeln, sondern an schöne Erinne­rungen denken.

In der Nacht

Schlaf­um­gebung. Achten Sie darauf, dass Schlaf­zimmer und Bett schlaf­för­dernd sind. Raumtem­pe­ratur, Licht­ver­hält­nisse und Lärmpegel können den Schlaf erheblich beein­flussen. Ebenso ist auf Bett und Bettwäsche zu achten. Hier sind oft indivi­duelle Gewohn­heiten ausschlag­gebend.

Bett nur zum Schlafen benutzen (?). Unser Körper stellt im Laufe der Entwick­lungen einen Zusam­menhang zwischen dem Aufenthalt im Bett und dem Schlaf­zu­stand her (Kondi­tio­nierung). Er reagiert dann automa­tisch auf das Zubett­gehen mit erhöhter Einschlaf­be­reit­schaft. Aus diesem Grund sollten Sie im Bett weder arbeiten, noch Fernsehen oder essen, sonst verlernt unser Körper, dass das Bett mit dem Schlaf gekoppelt sein soll.

Schlaf­dauer. Verbringen Sie nicht zulange Zeit im Bett. Verkürzen Sie eher noch die Zeit, die sie dort verbringen. Die Zeit im Bett wird dann meist effek­tiver mit Schlaf gefüllt. Die Schlaf­dauer ist nicht so ausschlag­gebend für die Erholung.

Wachliegen. Wenn man nachts im Bett liegt und nicht schlafen kann, schon unruhig wird, sollte man aufstehen und etwas tun (z.B. aufräumen oder etwas lesen). Auch kleine Zwischen­mahl­zeiten oder Getränke einnehmen ist möglich. Erst wieder ins Bett gehen, wenn Müdigkeit zu spüren ist.

Grübeln. Die Gedanken, die einem beim Wachliegen nachts kommen, sind meist ausge­sprochen belastend. Unsere „innere Uhr“ lässt uns zu dieser Zeit in ein Leistungs- und Stimmungsloch rutschen. Aus diesem Grunde keine Probleme lösen wollen!

Einschlaf­zeit­punkt – Aufwach­zeit­punkt. Falls man zu einer bestimmten Zeit (fast immer) nicht einschlafen kann, sollte man versuchen, eine halbe Stunde früher oder später zu Bett zu gehen. Wir werden von einem 90 Minuten-Aktivi­täts­rhythmus gesteuert und vielleicht versuchen wir gerade zu einem „wachen“ Zeitpunkt einzu­schlafen. Entspre­chendes gilt für das Erwachen. Fällt es besonders schwer zu einer bestimmten Zeit zu erwachen, dann den Wecker eine halbe Stunde früher (oder später) stellen.

Medika­mente. Nur in Absprache mit dem Arzt. Vor einer medika­men­tösen Behandlung sollten erst die nicht-medika­men­tösen Verfahren auspro­biert werden (Schlaf­hy­giene, Verhal­tens­the­rapie). Vor allem aber sollten Schlaf­mittel nicht ununter­brochen einge­nommen werden.


Selbst­hilfe

Viele Menschen, die an Schlaf­apnoe leiden, haben den Wunsch, mit anderen Betrof­fenen über ihre Krankheit zu sprechen, Erfah­rungen auszu­tau­schen, aufzu­klären und zu helfen. Aus diesem Bedürfnis heraus entstand der Gedanke an Selbst­hil­fe­gruppen für Patienten.

Bundes­verband Schlaf­apnoe Deutschland (BSD) e. V.
Geschäfts­stelle
Panora­mastr. 6
73760 Ostfildern
Telefax 0711 – 4599495
info@bsd-selbsthilfe.de
www.bsd-selbsthilfe.de

Bundes­verband Gemei­nützige Selbst­hilfe Schlaf­apnoe Deutschland (GSD) e.V.
Auf dem Felde 3
31675 Bückeburg
Telefon 05722 – 270240
Telefax 05722 – 270241
info@gsdschlafapnoe.de
www.gsdschlafapnoe.de

VdK Fachverband Schlaf­apnoe / Chronische Schlaf­stö­rungen
Wurzerstr. 4a
53175 Bonn
Telefon 0228 – 82093–0
Telefax 0228 – 82093–46
info@vdk-schlafapnoe.de
www.vdk-schlafapnoe.de



Heraus­geber:
www.patienten-bibliothek.de

Text:
Hans Joachim Schneider
ehem. Vorsit­zender Bundes­verband Schlaf­apnoe Deutschland (BSD) e.V.
Vorsit­zender Schlaf­apnoe Selbst­hilfe Mainz und Umgebung e.V.
Breit­bachstr. 14
55218 Ingelheim

Bildnachweis aus Ratgeber:
© Fotolia – psdesign1, PeJo, detail­blick, uwimages, Gina Sanders, Alexander Raths, S. 13 alle ResMed, Phillips.com


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Schlagwörter: Apnoia, Atemstillstand, Bundesverband Schlafapnoe Deutschland, CPAP, Maskenbeatmung, obstruktive Schlafapnoe, Schlafapnoe, Schlafhygiene, Schlaflabor, Schnarchen, Unterkieferschiene, zentrale Schlafapnoe

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