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…die verborgene Volkskrankheit

19. Jan. 2021

Schlaf­apnoe in Deutschland

Etwas mehr als 1 Million Menschen in Deutschland1 werden aktuell bereits auf Schlaf­apnoe, eine schlaf­be­zogene Atmungs­störung, die im Extremfall zu über einmi­nü­tigen Atmungs­aus­setzern im Schlaf führt, behandelt. Die Dunkel­ziffer der Betrof­fenen geht weit über die in Therapie befind­lichen Personen hinaus – und das hat Folgen.

Wie eine im August 2020 in der wissen­schaft­lichen Fachzeit­schrift Somno­logie veröf­fent­lichte Studie belegt, haben Patienten, die an einer Schlaf­apnoe erkrankt sind und diese mit einer positiven Atemdruck­the­rapie (PAP) behandeln, bereits nach vier Jahren ein 25% gerin­geres Sterb­lich­keits­ri­siko² als Betroffene, die sich der Erkrankung nicht bewusst sind oder diese unbehandelt lassen.

Zudem zeigt die Studie, dass Patienten vor dem Beginn der PAP-Therapie eine höhere und nach der Therapie ab dem zweiten Jahr eine niedrigere Kranken­haus­auf­ent­haltsrate aufweisen. Darüber hinaus war in der PAP-Thera­pie­gruppe die durch­schnitt­liche Verweil­dauer pro Kranken­haus­auf­enthalt kürzer, was ebenfalls auf einen verbes­serten Allge­mein­zu­stand der behan­delten Patienten hinweist.

Diese Studi­en­ergeb­nisse sollten ein Weckruf für unsere Gesell­schaft sein, die Atemaus­setzer im Schlaf sehr viel ernster zu nehmen und ihnen die entspre­chende Aufmerk­samkeit zu schenken. Ein Drittel der bundes­deut­schen Bevöl­kerung ist mehr oder weniger stark betroffen und damit einem erhöhten Gesund­heits­risiko ausge­setzt. Die Auswir­kungen für jeden Einzelnen können bis hin zu einer massiven Einschränkung der Lebens­qua­lität und im schlimmsten Fall zum Tode führen.

Bewusstsein schaffen, Symptome erkennen

Dass Schlaf­apnoe weltweit gesehen ein riesiges Gesund­heits­risiko darstellt, sieht man auch daran, dass neue Smart­phone-Modelle verschie­dener Hersteller wie Apple oder Withings eine Schlaf­apnoe-Warnung in ihren Fitness- und Gesund­heits-Apps integrieren oder planen dies zu tun.

Aber auch ohne digitale Helfer lässt sich die Krankheit anhand der Symptome identi­fi­zieren. Ständige Müdigkeit, einge­schränkte Konzen­tra­ti­ons­fä­higkeit, morgend­liche Kopfschmerzen, Depres­sionen aber auch Antriebs­lo­sigkeit oder Vergess­lichkeit können neben den meist von Partnern in der Nacht beobach­teten Atmungs­aus­setzern auf eine Unter­ver­sorgung der Betrof­fenen mit Sauer­stoff hinweisen.

Bestätigt wird der Anfangs­ver­dacht durch die Unter­su­chung in einem Schlaf­labor, in der das Schlaf­ver­halten detail­liert kontrol­liert und analy­siert wird, so dass Unregel­mä­ßig­keiten objektiv festge­stellt werden können.

Für eine erste Selbst­dia­gnose empfiehlt ResMed* einen Schlaf­apnoe-Test auf Basis des anerkannten sog. STOPP-Bang Frage­bogens in Form eines Quiz siehe www.resmed.de/patienten/schlafapnoe/untersuchung-und-diagnose-schlafapnoe/.

*ResMed ist Vorreiter in der Entwicklung innova­tiver und digitaler Lösungen für die Schlaf- und Beatmungs­the­rapie vor allem im außer­kli­ni­schen Einsatz.

Der nächste Schritt sollte dann der Arzt des Vertrauens sein, der den Patienten den weiteren Weg zur Diagnose und Therapie aufweisen kann. Eine Früherkennung der Schlaf­apnoe mit anschlie­ßender Therapie durch den Einsatz eines PAP-Thera­pie­geräts oder durch eine Unter­kie­fer­pro­tru­si­ons­schiene verhindert oft schwere Verläufe der Erkrankung.

[1] Benja­field AV, Ayas NT, Eastwood PR, Heinzer R, Ip MSM, Morrell MJ, Nunez CM, Patel SR, Penzel T, Pépin JL, Peppard PE, Sinha S, Tufik S, Valentine K, Malhotra A. Estimation of the global preva­lence and burden of obstructive sleep apnoea: a literature-based analysis. Lancet Respir Med. 2019 Aug;7(8):687–698. doi: 10.1016/S2213-2600(19)30198–5. Epub 2019 Jul 9. PMID: 31300334; PMCID: PMC7007763.

[2] Woehrle, H., Schoebel, C., Oldenburg, O. et al. Low long-term mortality in patients with sleep apnoea and positive airway pressure therapy: analysis of a large German healthcare database. Somno­logie 24, 151–158 (2020). https://doi.org/10.1007/s11818-020–00259‑4


Bildnachweis:
ResMed
Adobe­Stock – insta_photos

Text:
ResMed – allisonpr.com


Dieser Beitrag wurde in der Winter­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.


Schlagwörter: Atemdruck, Atmungsaussetzer, Atmungsstörung, Katrin Pucknat, PAP, Schlaf, Schlafapnoe, schlafbezogene Atmungsstörung, Somnologie, Volkskrankheit

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