Gesamtbeitrag als PDF. Veröffentlicht in der Ausgabe 51/Sommer 2026, S5 ff
Das Atmen durch einen Strohhalm ist eine Technik, um die Enge und den Widerstand bei chronischen Lungenerkrankungen ein wenig nachzuempfinden.
- Verschließen Sie dazu die Nase mit einer Wäscheklammer, damit Sie nur über den Mund ein- und auch wieder ausatmen können.
- Dann nehmen Sie einen Strohhalm in den Mund und umschließen diesen komplett mit den Lippen, sodass die Luft lediglich den Strohhalm passieren kann.
- Nun atmen Sie in einer Ruhesituation, d.h. im Sitzen oder im Stehen ohne Bewegung, für ein paar Minuten nur über den Strohhalm ein und wieder aus.
- Anschließend – wenn Sie sich weiterhin gut fühlen – setzen Sie sich in Bewegung, gehen ein paar Minuten oder erklimmen z.B. eine Treppe oder führen andere körperliche Aktivitäten des Alltags durch.
Achtung: Brechen Sie diese Simulation sofort ab, wenn Ihnen schwindelig wird oder Sie in Panik geraten!
Sie werden bemerken, wie die Luft nur sehr langsam ein- und ausströmen kann. Der Körper muss gegen einen Widerstand arbeiten, was den „Lufthunger“ und die Anstrengung z. B. bei einem Lungenemphysem simuliert – und Ihnen vielleicht ein gewisses Gespür für die Situation von Betroffenen ermöglicht.
Weitere Symptome einer COPD, wie z. B. Kräfteverlust, enorme Müdigkeit bzw. Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) kann diese Simulation jedoch in keiner Weise widerspiegeln.
Wichtiger Hinweis: Diese Simulation ist nicht mit der Lippenbremse, deren Anwendung dem Kollabieren der Bronchien und der Überblähung entgegenwirkt, gleichzusetzen.
Text/Interview
Sabine Habicht, Redaktion Atemwege und Lunge
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