Gesamtbeitrag als PDF. Veröffentlicht in der Ausgabe 51/Sommer 2026, S31
Meine persönlichen Gedanken
Wenn ich unten an dieser Treppe stehe, muss ich erst einmal tief Luft holen.
Das hilft, wenn auch nur wenig.
Ich weiß nicht, ob ich diese Treppe schaffe oder diese Treppe mich schafft. Von unten betrachtet erscheint sie mir steiler und länger, als sie tatsächlich ist. Soll ich schnell hinaufgehen, obwohl ich weiß, dass ich nach Luft japsen und husten muss, wenn ich oben ankomme?
Schaut jemand zu?
Das würde keinen guten Eindruck machen, wenn ich oben jemanden treffe.
Oder soll ich die Treppe langsam nehmen, Schritt für Schritt, so wie ich es auch während der Rehabilitation gelernt habe:
Einen Fuß anheben – auf die nächste Stufe setzen – dabei einatmen – dann den Körper hochstemmen auf die nächste Stufe und dabei ausatmen, usw.
Am besten unter Einsatz der Lippenbremse. Pausen einlegen.
Das sieht aber auch nicht gut aus, wenn ich so da hinaufschleiche.
Was soll´s? Es muss mir einfach total egal sein, wie es aussieht und wenn ich jemanden treffe, beginne ich einen lockeren Smalltalk. Früher konnte ich Treppen problemlos hochrennen. Mehrere Stockwerke. Später dann waren es nur noch drei Stufen, die ich mit einem Atemzug schaffte.
Jetzt muss die Geschwindigkeit meines Treppensteigens an meine eingeschränkte Lungenfunktion angepasst werden.
Das Tempo muss gedrosselt werden. Um nicht zu stürzen, nutze ich den Handlauf.
Bereits ein Stockwerk schafft mich. Und wenn ein Aufzug da ist, freue ich mich.
Um das Tragen von schweren Gegenständen muss ich andere bitten. Das gilt es zu akzeptieren.
Autor
Dr. Gottfried Huss, MPH
Vorsitzender
Lungenfibrose e.V.
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