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Förderung eines gesunden Schlafs

24. Jan. 2021

Ratgeber der Deutschen Gesell­schaft für Schlaf­for­schung und Schlaf­me­dizin e.V.

Stress trägt in erheb­lichem Maße zu Schlaf­pro­blemen bei. Menschen mit Schlaf­pro­blemen entwi­ckeln Strategien, um sich dem gestörten Schlaf­rhythmus anzupassen. Dazu zählen regel­mäßige Nickerchen am Tage, übermä­ßiger Kaffee­konsum, alkoho­lische Getränke vor dem Schla­fen­gehen, Nacht­arbeit und unregel­mäßige Schla­fens­zeiten. Durch Stress bedingte Schlaf­stö­rungen halten gelegentlich an, obwohl die Ursachen bereits beseitigt sind. Die Einschlaf­schwie­rig­keiten beruhen dann auf Gewöh­nungs­ef­fekten, die eine allge­meine Anspannung und ausge­prägte Angst vor Schlaf­lo­sigkeit hervor­rufen. Es gibt Verhal­tens­weisen, die eine gelernte Schlaf­störung wieder bessern können.

Im Falle chroni­scher Schlaf­stö­rungen sollte jedoch immer auch an eine Ursachen­klärung gedacht werden, bevor nicht-medika­mentöse Maßnahmen umgesetzt werden.

Schlaf­hy­giene

Der Begriff der Schlaf­hy­giene bezeichnet Verhal­tens­weisen, die einen gesunden Schlaf fördern. Die Einhaltung dieser Maßnahmen kann das Auftreten von gestörtem Schlaf verhindern. Hierzu gehören grund­sätz­liche Regeln, welche die Ernährung, Tages­ak­ti­vi­täten, Schlaf­ge­wohn­heiten und die Einstel­lungen zum Schlaf betreffen.

Schlaf­um­gebung
Ein bequemes Bett und ein abgedun­kelter und  ruhiger Raum sind wichtige Voraus­set­zungen für einen guten Schlaf. Die Tempe­ratur sollte eher kühl als warm und das Zimmer mit ausrei­chend frischer Luft versorgt sein. Laute und unregel­mäßige Außen­ge­räusche können das Ein- und Durch­schlafen erschweren.

Ernährung
Die Ernährung ist Gewohn­heits­sache, ebenso deren Folgen für den Schlaf. In mediter­ranen Ländern wird oft spät in der Nacht viel gegessen, ohne dass es den Schlaf stört. Grund­sätzlich gibt es keine Ernäh­rungs­ge­wohn­heiten, die den Schlaf generell stören können. Es sei denn, es handelt sich um Stimu­lanzien, wie z. B. Koffein oder eine ungewohnt üppige Mahlzeit spät in der Nacht.

Stimu­lanzien
Koffein regt die Hirntä­tigkeit an und wirkt sich somit negativ auf den Schlaf aus. Auch Nikotin ist ein Anregungs­mittel, das den Schlaf stören und aufgrund von Entzugs­er­schei­nungen den Nacht­schlaf unter­brechen kann. Alkohol setzt die Hirnak­ti­vität herab. Der ungewohnte und übermäßige Genuss von Alkohol vor dem Schla­fen­gehen hilft zunächst beim Einschlafen, führt aber im weiteren Verlauf zu Schlaf­un­ter­bre­chungen und Früherwachen.

Sport
Regel­mäßig ausge­übter Sport fördert den Schlaf. Aller­dings hängt die positive Wirkung des Sports von der allge­meinen persön­lichen Fitness und der Tageszeit ab, zu der er ausgeübt wird. Menschen, die über eine gute körper­liche Fitness verfügen, können wie gewohnt Sport treiben. Sport­liche Tätigkeit kann den Schlaf stören, wenn der zeitliche Abstand zur Schla­fenszeit zu kurz und die Aktivität ungewohnt belastend ist.

Anderer­seits können Mangel an Bewegung und zu geringe körper­liche Auslastung ebenfalls zu Schlaf­lo­sigkeit führen, da zu viel an Ruhe den Körper nicht mehr auslastet. Auch hier gilt: regel­mä­ßiger Sport ist gesund. Und: sich bis zur Erschöpfung zu belasten, mit dem Ziel besser schlafen zu können, führt meist zum Gegenteil.

Stress
Schlaf­schwie­rig­keiten werden häufig durch Stress und Probleme im Alltag ausgelöst. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Problemen und der feste Wille zur Problem­lösung können sich positiv auf die Qualität des Schlafes auswirken.

Verhal­tens­the­ra­peu­tische Techniken

Wachliegen im Bett
Das Schlaf­zimmer ist häufig mit quälenden Einschlaf­ver­suchen assoziiert, was zu Anspannung und Unruhe führen kann. Dies kann so weit gehen, dass Menschen, die unter Einschlaf­stö­rungen leiden, auf dem Sofa oder im Sessel schlafen, weil sie aufgrund der negativen Assozia­tionen im Schlaf­zimmer keinen Schlaf mehr finden.

Mit der Technik der Stimu­lus­kon­trolle soll die Beziehung zwischen Schlaf und Schlaf­zimmer wieder norma­li­siert werden. Dies wird erreicht, indem die im Bett schlaflos verbrachte Zeit reduziert wird. Darum: stehen Sie auf, wenn Sie merken, dass Sie nicht mehr einschlafen können. Stehen Sie vor allem auf, wenn Sie anfangen sich zu ärgern. Gehen Sie erst wieder ins Bett, wenn Sie das Gefühl haben, schlafen zu können. Schlafen Sie nicht außerhalb des Bettes (z. B. auf dem Sofa).

Uhr
Menschen, die an Schlaf­lo­sigkeit leiden, sollten unbedingt vermeiden, auf die Uhr zu sehen. Viele Menschen, deren Schlaf gestört ist, schlafen besser, wenn der Zeitdruck entfällt.

Entspannung
Entspan­nungs­übungen vor der Schla­fenszeit können die Einschlaf­neigung fördern. Entspan­nungs­übungen, Meditation, Biofeedback und Hypnose stellen gute Methoden dar, Schlaf­pro­bleme zu mindern.

Die entspre­chenden Techniken sollten unter profes­sio­neller Anleitung gelernt werden. Wichtig ist, dass die Entspan­nungs­übungen mehrmals in der Woche geübt werden, am besten täglich. Nicht nur etablierte Entspan­nungs­übungen, sondern generell wohltuende Tätig­keiten können unter Entspannung subsu­miert werden.


Lesen Sie weiter auf www.dgsm.de Auszug des Patien­ten­rat­gebers Schlaf­hy­giene der Deutschen Gesell­schaft für Schlaf­for­schung und Schlaf­me­dizin e.V. (DGSM)

www.dgsm.de/gesellschaft/fuer-patienten/ratgeber-schlafstoerungen


Text:
Deutsche Gesell­schaft für Schlaf­for­schung und Schlaf­me­dizin e.V. (DGSM)

Bildnachweis:
Lujubkow Smokovski – Adobe­Stock


Der Beitrag wurde in der Winter­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.

Schlagwörter: Corona, DGSM, Einschlafschwierigkeiten, gesunder Schlaf, Schlaf, Schlafforschung, Schlafhygiene, Schlaflosigkeit, Schlafmedizin, Schlafstörung, Stress

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