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Mit COPD im Krankenhaus

26. Okt. 2020

Was bringt eine Bewegungs­the­rapie?

Menschen, bei denen eine schwere oder chronische Lungen­er­krankung diagnos­ti­ziert wird, müssen sich nicht nur mit Diagnose und Thera­pie­maß­nahmen ausein­an­der­setzen. Es ist auch wichtig und notwendig, sich mit der Krankheit im Alltag einzu­richten. Verschiedene Maßnahmen können hier entlasten und Sicherheit bringen, so zum Beispiel spezielle Atemschu­lungen in denen man Atemtech­niken oder atmungs­er­leich­ternde Körper­hal­tungen erlernt. Um die Krankheit besser ins Leben zu integrieren, kann es zudem sinnvoll sein, eine Rehabi­li­tation in Anspruch zu nehmen.

Um eine spezielle Form der Reha, die pneumo­lo­gische Rehabi­li­tation, geht es in unserem heutigen Forschungs­be­richt. Dazu erläutert unser Experte Prof. Dr. Rembert Koczulla, wie Menschen mit chroni­schen Atemwegs­krank­heiten von einer solchen Reha profi­tieren können. 

Eine inter­es­sante Lektüre wünscht Ihnen
das Redak­ti­onsteam des Lungen­in­for­ma­ti­ons­dienstes.


Ein struk­tu­riertes Übungs­pro­gramm kann laut einer Studie älteren Menschen helfen, die mit einer chronisch obstruk­tiven Lungen­er­krankung (COPD) im Krankenhaus behandelt werden. Das Programm verbessert sowohl die Leistungs­fä­higkeit als auch das psychische Befinden und ist zudem sicher.

Lesen Sie beim Lungen­in­for­ma­ti­ons­dienst mehr zu den Studi­en­ergeb­nissen: Mit COPD im Krankenhaus: Was bringt eine Bewegungs­the­rapie?  


Das Exper­ten­statement

„Es gibt hinrei­chende Evidenz für die Tatsache, dass nach einer pneumo­lo­gi­schen Rehabi­li­tation (PR) Menschen mit Lungen­krank­heiten weniger Atemnot haben, körperlich leistungs­stärker sind, eine höhere Lebens­qua­lität aufweisen und weniger häufig versterben.

Bei Menschen mit COPD kann die PR nach einer Exazer­bation sogar das Risiko für einen erneuten Kranken­haus­auf­enthalt reduzieren.

Obwohl die Wirksamkeit der PR für die COPD am besten belegt ist, wird die pneumo­lo­gische Rehabi­li­tation auch bei vielen anderen chroni­schen Erkran­kungen der Atmungs­organe (zum Beispiel Asthma, Lungen­fi­brose) in natio­nalen und inter­na­tio­nalen Leitlinien empfohlen unter wachsender wissen­schaft­licher Evidenz.

Zudem gibt es erste Hinweise darauf, dass an COVID-19 Erkrankte von einer PR maßgeblich profi­tieren können. Das aktuelle Positi­ons­papier der deutschen Gesell­schaft für Pneumo­logie und Beatmungs­me­dizin mit Empfeh­lungen zur pneumo­lo­gi­schen Rehabi­li­tation bei COVID-19 hält dazu fest: rehabi­li­tative Therapien sollten bereits auf der Normal­station bzw. Inten­siv­station einge­setzt und als pneumo­lo­gische Frühre­ha­bi­li­tation im Akutkran­kenhaus und als Anschluss­heil­be­handlung oder Reha-Heilver­fahren in PR-Kliniken fortge­setzt werden. Mögli­cher­weise sollten sogar Empfeh­lungen zur nicht­me­di­ka­men­tösen Therapie für ambulante Patien­tinnen und Patienten ausge­sprochen werden.

Ob eine pneumo­lo­gi­schen Rehabi­li­tation möglich und nötig ist, sollte bei allen Betrof­fenen mit Lungen­krank­heiten regel­mäßig überprüft werden – eine PR ist angezeigt, wenn Patienten trotz angemes­sener medika­men­töser Behandlung weiterhin Symptome oder Einschrän­kungen aufweisen, und eine Teilhabe am Leben nur einge­schränkt möglich ist.“

Prof. Dr. med. Andreas Rembert Koczulla, Chefarzt – Fachzentrum für Pneumo­logie, Schön Klinik Berch­tes­ga­dener Land, Philipps-Univer­sität Marburg (Standort Schönau), Deutsches Zentrum für Lungen­for­schung (DZL) Marburg, Lehrkran­kenhaus der Paracelsus Medizi­nische Privat­uni­ver­sität Salzburg


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Text:
Lungen­in­for­ma­ti­ons­dienst im Rahmen der ständigen Rubrik "Lungen­for­schung aktuell"

Bildnachweis:
Professor Dr. Andreas Rembert Koczulla
Schön­klinik Berch­tes­ga­dener Land, Schönau
Schlie­rener – Fotolia.com


Der Beitrag wurde in der Herbst­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.


Schlagwörter: Atemschulung, atmungserleichternd, Bewegung, COPD, Lungenemphysem, Lungeninformationsdienst, Pneumologie, Reha, Rehabilitation, Therapie

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