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Komunikation zwischen Arzt und Patient

17. Aug. 2020

Ungefil­terte Infor­ma­tionen

Im Gespräch mit Kongress­prä­sident Professor Dr. Gernot Rohde, Leiter des Schwer­punktes Pneumologie/Allergologie der Medizi­ni­schen Klinik 1, Univer­si­täts­kli­nikum Frankfurt, Facharzt für Innere Medizin, Pneumo­logie, Aller­go­logie, Infek­tio­logie und Schlaf­me­dizin, erfahren wir mehr über aktuell in der Diskussion befind­liche Themen – in Anlehnung an den nächsten wissen­schaft­lichen Pneumo­lo­gie­kon­gress der Deutschen Gesell­schaft für Pneumo­logie und Beatmungs­me­dizin e.V. (DGP).

In einer kleinen Serie veröf­fent­lichen wir ab jetzt täglich jeweils eine aktuelle Frage­stellung, beant­wortet von Professor Rohde. Morgen erfahren Sie mehr über „Prognos­tisch relevante Fortschritte bei COPD“.

„Kommu­ni­kation und Koope­ration sind wesent­liche Voraus­set­zungen für das Funktio­nieren unseres Gesund­heits­systems und einer effek­tiven und perso­na­li­sierten Patien­ten­ver­sorgung“, haben Sie vor einiger Zeit formu­liert.

Wie kann auch der Patient zum Gelingen beitragen?

Natürlich liegt es in erster Linie in der Verant­wortung eines jeden Arztes mit seinen Patienten so zu kommu­ni­zieren, dass möglichst alle medizi­nisch relevanten Infor­ma­tionen in die Diagnostik einbe­zogen werden können. Für Patienten selbst ist es kaum möglich zu diffe­ren­zieren, welche Infor­ma­tionen wirklich wichtig oder unwichtig sind und mögli­cher­weise sogar zu einer Thera­pie­än­derung führen können.

Für ganz entscheidend halte ich aller­dings die Vorbe­reitung eines jeden Patienten vor dem Arztbesuch. Sehr häufig erlebe ich, dass Patienten sich in ihrer Beschwer­de­schil­derung nur auf ein einziges „vermeint­liches“ Haupt­symptom fokus­sieren.

Patienten sollten jedoch möglichst ganz ungefiltert und direkt beschreiben, worin ihre Probleme – die in aller Regel sehr komplex sind – bestehen. Patienten mit einer chroni­schen Lungen­er­krankung beispiels­weise haben in aller Regel nicht nur Luftnot, wenn sie Treppen steigen, sondern mögli­cher­weise auch Husten mit Auswurf, ein Druck­gefühl im Brustkorb oder nochmals andere Beschwerden.

Ebenso können Symptome, die zwar vorhanden sind, beim Patienten aber nicht im Vorder­grund stehen, da sie ihn nicht so sehr plagen, dennoch mögli­cher­weise bedeutsam sein und wichtige Hinweise für eine zusätz­liche Diagnostik liefern. Um all dies zu erkennen, benötigt der behan­delnde Arzt Infor­ma­tionen über die vorlie­genden Beschwerden in ihrer gesamten Breite.

Hilfreich ist es daher, wenn Patienten zur Vorbe­reitung auf den Arzttermin bereits zu Hause noch einmal ganz bewusst reflek­tieren, welche Symptome insgesamt vorliegen, diese schriftlich formu­lieren und die Notizen mit zum Gesprächs­termin nehmen.


Hier finden Sie mehr zum nächsten Pneumo­lo­gie­kon­gress.
Aktuelle Infor­ma­tionen finden Sie auch auf den Seiten der Deutschen Gesell­schaft für Pneumo­logie und Beatmungs­me­dizin e.V. (DGP).


Der Gesamt­beitrag wurde in der Frühjahrs­ausgabe der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.

Bildnachweis:
Professor Dr. Gernot Rohde
didesign – Fotolia.com

Interview/Text:
Sabine Habicht, Redak­ti­ons­leitung Patienten-Bibliothek



Schlagwörter: Anamnese, Arzt und Patient, Deutsche Gesellschaft Pneumologie, Gespräch, Infektion, Kommunikation, Kooperation, personalisierte Versorgung, Ungefilterte Information

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