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Pneumologie – persönlich und präzise

16. Aug. 2020

Präzise diagnos­tische Tiefe

Im Gespräch mit Kongress­prä­sident Professor Dr. Gernot Rohde, Leiter des Schwer­punktes Pneumologie/Allergologie der Medizi­ni­schen Klinik 1, Univer­si­täts­kli­nikum Frankfurt, Facharzt für Innere Medizin, Pneumo­logie, Aller­go­logie, Infek­tio­logie und Schlaf­me­dizin, erfahren wir mehr über aktuell in der Diskussion befind­liche Themen – in Anlehnung an den nächsten wissen­schaft­lichen Pneumo­lo­gie­kon­gress der Deutschen Gesell­schaft für Pneumo­logie und Beatmungs­me­dizin e.V. (DGP).

Der Kongress wird unter dem Motto “Pneumo­logie – persönlich und präzise” stehen.

In einer kleinen Serie veröf­fent­lichen wir ab jetzt täglich jeweils eine aktuelle Frage­stellung, beant­wortet von Professor Rohde. Morgen erfahren Sie mehr über “Kommu­ni­kation und Koope­ration zwischen Arzt und Patient”.

Was verbinden Sie mit den Begriffen „persönlich“ und „präzise“?

Im Zentrum all unserer Bemühungen steht natürlich immer der Patient, der Kontext des Tagungs­mottos „Pneumo­logie – persönlich und präzise“  verdeut­licht dies noch einmal mehr.

Viele Jahrzehnte haben wir in der Medizin den Ansatz verfolgt, Patienten mit bestimmten, klinisch vorlie­genden Charak­te­ristika einer entspre­chend definierte Erkran­kungs­gruppe zuzuordnen. Moleku­lar­bio­lo­gische Erkennt­nisse des Genoms (Gesamtheit der geneti­schen Infor­ma­tionen einer Zelle) ermög­lichen heute das Erkennen einer größeren Vielfalt. So wissen wir beispiels­weise, dass Unter­grup­pie­rungen und ebenso Überlap­pungen von Krank­heits­bildern vorliegen können.

Dieses Wissen lässt eine deutlich größere Indivi­dua­lität entstehen und ermög­licht neue präzisere Thera­pie­an­sätze, was z. B. bei Asthma und auch COPD zunehmend zum Tragen kommt. Stärkere Indivi­dua­lität bedeutet aller­dings auch mehr diagnos­tische Tiefe, um den einzelnen Patienten in seiner ganzen Indivi­dua­lität erkennen zu können.   

Deutschland ist bereits Vorreiter einer komplexen Betrachtung des Patienten aufgrund der Weiter­bildung pneumo­lo­gi­scher Fachärzte in der Inneren Medizin. In anderen europäi­schen Ländern fokus­siert man sich hingegen oft nur auf die Lunge.

Der Blick­winkel des  „inter­nis­ti­schen Auges“ ermög­licht ein besseres Erkennen von Zusam­men­hängen zwischen Grund- und Begleit­erkran­kungen, wie beispiels­weise bei einer COPD ein häufi­geres Auftre­tenden von koronaren Herzer­kran­kungen oder ein erhöhtes Herzin­farkt­risiko bei akuten Verschlech­te­rungen.

Diese Komple­xität der Erkran­kungen gilt es, immer mehr zu begreifen, auf indivi­du­eller Patien­ten­ebene zu erkennen und adäquat zu behandeln.

Hier finden Sie mehr zum nächsten Pneumo­lo­gie­kon­gress.
Aktuelle Infor­ma­tionen finden Sie auch auf den Seiten der Deutschen Gesell­schaft für Pneumo­logie und Beatmungs­me­dizin e.V. (DGP).


Den Gesamt­beitrag finden Sie in der Frühjahrs­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge.


Bildnachweis:
JPC-PROD – Fotolia.com
Professor Dr. Gernot Rohde

Interview/Text:
Sabine Habicht, Redak­ti­ons­leitung Patienten-Bibliothek


Schlagwörter: COPD, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie, Individualität Therapie, Lungenemphysem, persönlich, Pneumologen, Pneumologie, Präzise Diagnostik, Zusammenhänge

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