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Hürden überwinden

13. Juli 2020

Hürden überwinden

Erfah­rungen von Patienten


Unser Kölner Mitglied, Peter Kukry, ist Sport­lehrer und Übungs­leiter für Lungen­sport mit einer großen Anzahl von Lungen­s­port­gruppen. In Zeiten von Corona wechselte er auf das Angebot von Online­kursen und bot auch uns an, diese Möglichkeit zu nutzen.

Jeweils montags, mittwochs und freitags findet jeweils ein einstün­diger Kurs über das gängige Onlinetool Zoom statt. Bereits seit fünf Wochen nehmen etwa 6–10 Personen regel­mäßig daran teil.

…noch eine Minderheit

Natürlich hat Peter alle Lungen­s­port­gruppen gleicher­maßen über das Online­an­gebot infor­miert. Warum dennoch die Anzahl der Teilnehmer nicht weiter steigt, basiert auf einer Reihe von Gründen. Das Durch­schnitts­alter liegt weit über 50 Jahren, so manchem fällt der Umgang mit der neuen Technik schwer. Einige haben überhaupt keinen PC oder sie trauen sich an diese Techno­logie nicht heran. Aber selbst die, die den Versuch wagen, scheitern oftmals an einer schwachen Inter­net­ver­bindung oder an der Bedienung. Eigentlich sind die Anwei­sungen, die auf dem Bildschirm angezeigt werden, recht eindeutig. Aber die eine oder andere Hürde tut sich eben dennoch auf und so schwindet der Mut. Bei manchen erscheint kein Bild, bei anderen kein Ton oder lediglich ein Rauschen, das die Teilnehmer stört. Hat man aller­dings all diese Hürden überwunden, so ist die Bedienung denkbar einfach.  

Sicher hat einige auch abgeschreckt, dass es eben doch anders ist, als das Lungen­s­port­training in der Sport­halle. Der persön­liche Kontakt fehlt, ebenso das angenehme Schwätzchen vor oder nach dem Sport und die ganz direkte Ansprache.  

Da die Kurse tagsüber statt­finden, können zudem Berufs­tätige nicht teilnehmen. Unter­schied­liche Hinder­nisse und technische Berüh­rungs­ängste führen dazu, dass letzt­endlich nur eine Minderheit das Online­an­gebot wahrnimmt.

…bei positiven Erfah­rungen

Bernd Dobbert

Die jedoch, die an den Kursen teilnehmen, sind positiv angetan. Die Bewegung tut einfach gut. Die Dehnübungen werden laufend erklärt und ich selbst habe so einiges über das Zwerchfell, das alleine für etwa 23 der Sauer­stoff­zufuhr und –abfuhr zuständig ist, sowie die Atemhilfs­mus­ku­latur, die haupt­sächlich im Hals‑, Schulter- und Rippen­be­reich liegt und die restliche Atemarbeit leistet, gelernt. Nach einer Stunde Training fühle ich mich beweg­licher, meine Sauer­stoff­werte liegen messbar höher als ohne Lungen­sport.

Das Online Trainings­pro­gramm ist mit dem Training in der Halle bis auf wenige Ausnahmen durchaus vergleichbar. Gemeinsame Freude an der Bewegung, selbst ein bisschen gemein­samer Spaß am Computer ist möglich, auch wenn das übliche Schwätzchen unter­ein­ander fehlt. 

Grund­sätzlich kann ich mir gut vorstellen, dass ein generelles zusätz­liches Angebot von Online­kursen vor allem für die Patienten sinnvoll ist, die sonst keine Möglichkeit haben, an einer regio­nalen Lungen­s­port­gruppe in Ihrer Nähe teilzu­nehmen.  


Autoren:
Bernd Dobbert und Barbara Pixa
Selbst­hil­fe­gruppe Köln
Alpha1 Deutschland e.V.  
www.alpha1-deutschland.org  

Bildnachweis:
vector­fu­sionart – Adobe­Stock
Bernd Dobbert, Köln

Redaktion:
Sabine Habicht, Redak­ti­ons­leitung Patienten-Bibliothek

Der Beitrag wurde in der Sommer­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.

Schlagwörter: Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Alpha1, Atemarbeit, Corona, Dehnübung, Lungensport, Lungensportgruppe, Sauerstoff, Telemeeting, Webinar

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