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…die Krankheit COPD besser verstehen

09. Mai 2020

COSYCONET – Chancen für eine bessere Behandlung

Schät­zungs­weise jeder zehnte Deutsche über 40 Jahre leidet an der chronisch-obstruk­tiven Lungen­er­krankung COPD. Seit dem Jahr 2010 unter­sucht die Studie COSYCONET, was sich genau hinter dieser tücki­schen Erkrankung verbirgt.

Viele wichtige neue Erkennt­nisse wurden bereits gewonnen. Um den betrof­fenen Patienten noch besser helfen zu können, wollen die Wissen­schaftler aber mehr über die COPD erfahren. Dazu wurde im November 2019 die Studie mit dem Namen COSYCONET 2 auf den Weg gebracht.

COPD-Patienten, die dabei mitmachen und die Forschung unter­stützen wollen, können sich jetzt infor­mieren.

Seit 2010 erforscht die COPD-Kohor­ten­studie COSYCONET die Hinter­gründe der chroni­schen Lungen­er­krankung. COSYCONET steht für “COPD and SYstemic conse­quences-COmorbi­dität NETwork.”

Ziel ist es heraus­zu­finden. wie Lungen­ge­sundheit, Begleit­erkran­kungen und syste­mische Entzündung bei Patienten mit chronisch obstruk­tiver Lungen­er­krankung (COPD) zusam­men­hängen. Hierfür nahmen im Zeitraum zwischen 2010 und 2013 knapp 3.000 Personen mit unter­schiedlich weit fortge­schrit­tener COPD teil. Sie absol­vierten an einem der 30 betei­ligten Studi­en­zentren ein umfang­reiches Unter­su­chungs­pro­gramm. Daraus konnten bereits viele neue Erkennt­nisse gewonnen werden. So hat die Studie zum Beispiel mit dazu beigetragen, dass die COPD heute längst nicht mehr als eine reine Erkrankung der Lunge betrachtet wird.

Tatsächlich leiden die meisten Patienten gleich­zeitig unter anderen Krank­heiten wie beispiels­weise Herzschwäche, Diabetes, Osteo­porose oder Krebs.

“Diese Begleit­erkran­kungen stellen uns bei der Behandlung von Patienten mit COPD diagnos­tisch und thera­peu­tisch vor große Heraus­for­de­rungen.”

Professor Dr. Claus F. Vogel­meier, Univer­si­täts­klinik Marburg, Sprecher des Kompe­tenznetz Asthma und COPD

Neue Studie will noch mehr über COPD erfahren

Es zeigte sich also, dass man die COPD in manchen Punkten noch viel gründ­licher erfor­schen muss. Dies betrifft unter anderem den Bereich der Medika­men­ten­ein­nahme.

Welche Medika­mente werden von welchem Arzt verordnet? Werden die Medika­mente regel­mäßig einge­nommen? Wie schätzen die Patienten deren Wirksamkeit ein? Diese und weitere Fragen sollen Aufschluss darüber geben, wie die Versor­gungslage der COPD-Patienten in Deutschland aussieht. Auch der Frage, wie häufig die Patienten eine akute Verschlech­terung (Exazer­bation) ihrer Krankheit erfahren, soll genauer nachge­gangen werden. Unter anderem erwarten die Wissen­schaftler, dadurch den Verlauf der COPD besser prognos­ti­zieren zu können.

COPD-Patienten gesucht

Aus diesen Gründen wurde im November 2019 damit begonnen, eine zweite Kohorte (Beobach­tungs­studie) zu starten. An dieser COSYCONET 2 genannte Studie sollen bis zu 400 Patienten der leich­teren Schwe­re­grade teilnehmen und 200 der schwe­reren Stadien.

Gesucht werden Patienten, bei denen eine COPD festge­stellt wurde, aber auch Raucher, die unter Symptomen wie chroni­schen Husten und Auswurf leiden.

Inter­es­sierte sollten 40 Jahre oder älter sein. Patienten, die an COSYCONET teilge­nommen haben, können aller­dings nicht an COSYCONET 2 teilnehmen.

Wer mitmachen möchte, sollte wissen, wie die neue Studie genau ablaufen soll und was ihn dabei erwartet. Die Teilnehmer werden im Abstand von zwei Jahren insgesamt dreimal gründlich unter­sucht. Zusätzlich finden halbjährlich Telefon­in­ter­views statt. Festge­stellt werden dabei der allge­meine Gesund­heits­zu­stand, der Schwe­regrad und die Entwicklung der COPD sowie der Zusam­menhang mit bestehenden Begleit­erkran­kungen. Die Teilnehmer profi­tieren von den verschie­denen Unter­su­chungen, die mit modernsten Methoden erfolgen.

Chancen für eine bessere Behandlung

Die Ergeb­nisse stehen nicht nur den Wissen­schaftlern, sondern auch den Patienten unmit­telbar zur Verfügung. Der betreuende Pneumologe oder Hausarzt kann diese Befunde in die Therapie mit einfließen lassen.

“Von den Ergeb­nissen versprechen wir uns neuartige und praxis­taug­liche Konzepte für Vorbeugung, Diagnostik, Verlaufs­kon­trolle und Therapie”, so Professor Vogel­meier.

Jede Verbes­serung der Progno­se­mög­lich­keiten wird letztlich zu einer indivi­du­el­leren und frühzeitig einset­zenden Therapie führen.

Insgesamt werden 18 Studi­en­zentren in Deutschland die Patienten für COSYCONET 2 aufnehmen. Einige davon haben bereits mit der Rekruk­tierung begonnen, die weiteren werden in den nächsten Wochen folgen.

In diesen Städten gibt es ein COSYCONET 2‑STudienzentrum:

  • Borstel
  • Freiburg
  • Gießen
  • Greifswald
  • Großhansdorf
  • Hannover
  • Heidelberg
  • Homburg/Saar
  • Immenhausen
  • Kiel
  • Leipzig
  • Marburg
  • München
  • München-Gauting
  • Nürnberg
  • Regensburg/Donaustauf
  • Solingen
  • Würzburg

Wer sich für eine Teilnahme an der COSYCONET 2‑Studie inter­es­siert, erhält hier weitere Infor­ma­tionen:

Philipps-Univer­sität Marburg, Geschäfts­stelle Kompe­tenznetz Asthma und COPD

Baldi­ger­straße, 35043 Marburg, Telefon 06421 – 586453336

office@asconet.net

www.asoncet.net


Deckblatt

Veröf­fent­licht in der Frühjahrs­ausgabe 2020 der Fachzeit­schrift “Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge www.Patienten-Bibliothek.de

Text: Inge Kokot, Leitung der Geschäfts­stelle Kompe­tenznetz Asthma und COPD

Foto: Adobe­Stock neifry

Schlagwörter: Behandlung, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, COPD, COSYCONET, Lunge, Lungenemphysem, Studie

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