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Atemlos durch Alpha‑1? Oft unerkannt oder spät diagnostiziert

02. Mai 2020

Auflage 2 / 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Alpha-1-Antitryp­sin­mangel (AATM) ist eine der häufigsten Erbkrank­heiten der Lunge, dennoch bleibt die Erkrankung in den meisten Fällen unerkannt oder wird erst spät diagnos­ti­ziert.

Erhalten Betroffene im Erwach­se­nen­alter die Diagnose Lungen­em­physem wird zumeist von einer COPD (chronisch obstruk­tiven Lungen­er­krankung) ausge­gangen. Diese wird vor allem durch langjäh­riges Rauchen erworben. Häufig wird dabei übersehen, dass ein Lungen­em­physem auch genetisch durch einen AAT-Mangel entstanden sein kann. Im Schnitt dauert es etwa acht Jahre bis ein von AAT-Betrof­fener erfährt, was tatsächlich hinter seinen Symptomen steckt. In der Regel hat er bis zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Ärzte wegen seiner damit verbun­denen Gesund­heits­pro­bleme aufge­sucht.

Nach wie vor steht der AAT-Mangel zu wenig im Fokus der Wahrnehmung. Von einer hohen Dunkel­ziffer mit bis zu 90 % unerkannter Fälle wird derzeit ausge­gangen.

Dabei verdeut­lichen gleich mehrere Gründe, warum die Abklärung eines möglichen Alpha-1-Antitryp­sin­mangels so wichtig ist. Denn liegt ein AAT-Mangel vor,

• ist eine spezielle Therapie in Form einer Substi­tution des körper­ei­genen Alpha-1-Antitrypsins möglich

• kann eine genauere Anpassung der Medikation insgesamt erfolgen

• ist eine frühzeitige Entde­ckung von Leber­schä­di­gungen – die bei AATM häufig vorkommen, bei einer COPD jedoch nicht – möglich

• kann die Erbkrankheit frühzeitig im familiären Umfeld (Eltern, Geschwister, Kinder) entdeckt werden

Wissen­schaftler empfehlen daher die nur einmal notwendige Testung auf AAT bei jedem COPD-Patienten oder bei jeder Leber­schä­digung. Bereits wenige Tropfen Blut reichen aus.

Lassen Sie sich beim nächsten Arztbesuch auf einen Alpha-1-Antitryp­sin­mangel testen!

Ihre
Marion Wilkens
1. Vorsit­zende
Alpha1 Deutschland e.V. www.alpha1-deutschland.org

 

 

Einer möglichen Ursache auf den Grund gehen

Atemnot ist neben Husten und Auswurf die vorder­gründige Sympto­matik, warum Betroffene bei ihrem Hausarzt vorstellig werden. Die Wege bis zur tatsäch­lichen Diagnose verlaufen sehr indivi­duell und vielfältig. Einige Mitglieder des Alpha1 Deutschland e.V. schildern ihre ganz persön­lichen Erfah­rungen:

Aufgrund von Symptomen wie Husten und Atemnot war Rainer Bennsteins Schwester zum Arzt gegangen. Während der Famili­en­ana­mnese wurde auch über die Lungen­er­krankung unbekannter Herkunft des verstor­benen Vaters gesprochen. Daraufhin veran­lasste der Arzt eine Blutun­ter­su­chung, bei der ein Alpha-1-Antitryp­sin­mangel diagnos­ti­ziert wurde. Auch Rainer Bennstein wies den AAT-Mangel auf. Nun wusste er endlich, im Alter von 43 Jahren, was hinter seiner Kurzat­migkeit wirklich steckt. Sieben Jahre schon bestand die Sympto­matik bei ihm. Zunächst vermutet als Antwort des Körpers auf den rapiden Abbruch des Leistungs­sports wegen einer Knieope­ration. Danach wurde das Rauchen als mögliche Ursache ins Visier genommen. Doch nach dem Rauch­stopp trat keine Verän­derung ein, die Kurzat­migkeit wurde sogar eher stärker.

Im Alter von 58 Jahren bekam Petra Netzel nach einer ausge­prägten Lungen­ent­zündung mit Keuch­husten immer mehr Probleme mit Luftnot. Trotz ihrer Sport­lichkeit und regel­mä­ßigem Joggen kam sie schnell außer Puste. Selbst das Tragen von Taschen fiel immer schwerer. Als die Luftnot beängs­tigend wurde, wurde sie im Krankenhaus vorstellig. Dort äußerte man den Verdacht einer COPD und Petra Netzel wurde gefragt, ob sie rauche oder einer Arbeit unter Einfluss von Schad­stoffen nachgehe. Da sie beides verneinen konnte, erfolgte eine medika­mentöse Einstellung einer Asthma­the­rapie. Die Medika­mente zeigten jedoch keinerlei Wirkung. Im Gegenteil, die Symptome nahmen weiter zu. Es herrschte Ratlo­sigkeit sowohl bei ihrem Lungenarzt als auch im örtlichen Krankenhaus, das sie in den kommenden Jahren noch dreimal notfall­mäßig aufsuchen musste. Der Lungen­facharzt nahm schließlich Kontakt mit einer Lungen­klinik auf, in der eine AAT-Testung vorge­nommen wurde.

Thomas Heimann war 35 Jahre alt und zu diesem Zeitpunkt noch starker Raucher.
„Irgendwann habe ich eine ausge­prägte Erkältung, eine Bronchitis bekommen, mit der ich am Ende nur mehr im Sitzen schlafen konnte. Mein damals noch relativ junger Hausarzt prüfte unter anderem meine Lungen­funktion und wurde aufgrund der geringen Leistungs­fä­higkeit nachdenklich. Während seiner Prakti­kan­tenzeit in England hatte er vom Alpha-1-Antitrpy­sin­mangel schon einmal gehört. Er überwies mich an einen Lungen­facharzt, der mich auf Alpha‑1 testete. Ich hatte wirklich Glück, dass mein Hausarzt Alpha‑1 kannte und aufgrund meines Alters und der Lungen­funktion die Möglichkeit einer Erkrankung in Betracht gezogen hat. Bei einem Leberscan wurde zudem eine Betei­ligung der Leber festge­stellt.“

Schutzeiweiß Alpha-1-Antitrypsin

Alpha-1-Antitrypsin (AAT) ist ein körper­ei­genes Eiweiß (Protein), das vorwiegend in den Zellen der Leber gebildet wird. Von dort gelangt AAT in den Blutkreislauf und ist praktisch in allen Körper­ge­weben vorhanden. 

Innerhalb der Stoff­wech­sel­pro­zesse kann AAT als ein wichtiger „Gegen­spieler“ (Prote­in­asen­in­hi­bitor = PI oder Pi) von körper­ei­genen Enzymen (Proteasen) betrachtet werden.

Enzyme werden bei entzünd­lichen Prozessen und chroni­schen Reizzu­ständen vermehrt gebildet, um Fremd­sub­stanzen, zum Beispiel Bakterien oder Schad­stoff­par­tikel, zu zerstören. Da Enzyme jedoch nicht zwischen Fremd­sub­stanzen und körper­ei­genem Gewebe unter­scheiden können, besteht die Aufgabe von AAT darin, als eine Art moleku­lares Schutz­schild zu fungieren.

AAT wird daher auch als „Schutzeiweiß“ bezeichnet – es inakti­viert die überschüs­sigen Proteasen.

Entde­ckung
Wichtige Grund­lagen, um einen Mangel an Alpha-1-Antitrypsin im Blut überhaupt erkennen zu können, hat insbe­sondere der schwe­dische Forscher Arne Tiselius mit seinen Arbeiten zur Aufspaltung von Proteinen durch Elektro­phorese geschaffen, für die er 1948 den Nobel­preis erhielt.
Die Elektro­phorese ist eine labor­me­di­zi­nische Unter­su­chung, bei der die Eiweiße des Blutes nach Gruppen getrennt werden können und somit in ihrer relativen Verteilung Hinweise auf verschiedene Erkran­kungen geben.

Erstmals beschrieben wurde der Alpha-1-Antitryp­sin­mangel 1963 von den schwe­di­schen Forschern Carl-Bertil Laurell und Sten Eriksson. Sie stellten fest, dass das Fehlen des körper­ei­genen Proteins AAT eine voran­schrei­tende Zerstörung des Lungen­ge­webes zur Folge hat.

Gendefekt

Die Ursache des Alpha-1-Antitryp­sin­mangels ist ein geneti­scher Defekt. AAT-Mangel ist also eine erblich bedingte Stoff­wech­sel­er­krankung und unter Europäern eine der häufigsten geneti­schen Erkran­kungen überhaupt.

Die genetische Infor­mation des AAT befindet sich auf dem Chromosom 14. Durch Mutation wird im Prinzip eine Verän­derung im „Bauplan“ des Alpha-1-Antitryp­sin­pro­teins ausgelöst. Einer der insgesamt 394 Amino­säu­ren­bau­steine, aus denen das Protein besteht, wird ausge­tauscht.

In Folge dessen findet sich entweder nur noch eine geringe oder gar keine Alpha-1-Antitryp­sin­kon­zen­tration mehr im Blutserum.

Vererbung
Verein­facht ausge­drückt, besitzt jeder Mensch einen doppelten Satz an Chromo­somen, auf denen sich die Gene mit den Erbinfor­ma­tionen befinden. Jedes Gen wird einmal von der Mutter und einmal vom Vater vererbt. Somit kann das AAT-Gen entweder normal sein (M) oder eine der verschie­denen Ausprä­gungs­formen von Mutationen (S oder Z oder O) aufweisen.

Die nachfolgende Abbildung zeigt das Alpha-1-Antitrypsinvererbungsschema:

Alpha-1-Testung

Experten empfehlen eine Alpha-1-Testung:

• bei allen Patienten mit COPD/Lungenemphysem einmal im Leben
• bei allen Patienten mit einer chroni­schen Lungen­er­krankung, die sich trotz Behandlung nicht verbessert
• bei Verwandten ersten Grades (Eltern, Kinder, Geschwister) von Patienten mit einem nachge­wie­senen AAT-Mangel
• bei auftre­tenden Leber­er­kran­kungen oder bei Leber­er­kran­kungen, die in der Kindheit aufge­treten sind

Eine Testung erfolgt in zwei Schritten.

1. AlphaKit® QuickScreen Schnelltest
Der Schnelltest ist eine einfache und schnelle Methode, bei der das Ergebnis bereits nach 15 Minuten vorliegt.
Wenige Tropfen Blut aus der Finger­kuppe ermög­lichen ein Screening hinsichtlich des Vorliegens der Z‑Variante des Proteins AAT, das für mehr als 95 % der AAT-Mangel­er­kran­kungen verant­wortlich ist.

Der Test kann kostenfrei durch den Hausarzt oder Lungen­facharzt angefordert werden – siehe www.pro-alpha.de.

oder

Bestimmung des Alpha-1-Antitryps­in­se­rum­spiegels im Blut durch eine Blutent­nahme beim Hausarzt oder Lungen­facharzt. Die Auswertung erfolgt in einem Labor, das Ergebnis liegt einige Tagen später vor.

Wichtig! Bei einem vorlie­genden Infekt kann der AAT-Wert fälsch­li­cher­weise erhöht sein, daher wird zeitgleich die Bestimmung des Entzün­dungs­mess­wertes CRP empfohlen, um einen Infekt auszu­schließen.

2. Nur wenn der Serum­spiegel den Normwert der Alpha-1-Antitryp­sin­kon­zen­tration im Blut unter­schreitet, ist dies ein Hinweis für einen bestehenden Mangel.

In diesem Fall ist im infekt­freien Intervall eine weitere labor­dia­gnos­tische Unter­su­chung zur Phäno- und Genoty­pi­sierung notwendig, die Aufschluss über die Art der Verän­derung im Erbgut geben kann.

Die weiter­füh­rende Blutun­ter­su­chung kann mittels des AlphaKit® oder einer Labor­un­ter­su­chung in einem spezia­li­sierten Labor vorge­nommen werden.
Das Verfahren des AlphaKit® erfolgt, indem der Arzt einige Tropfen des entnom­menen Blutes auf ein spezi­elles Filter­papier aufträgt und die Probe dann an das Deutsche Alpha-1-Antitrypsin-Zentrum an der Univer­sität Marburg zur moleku­lar­bio­lo­gi­schen Unter­su­chung versendet. Zwei bis drei Wochen später liegt das Ergebnis vor. Sowohl für Arzt als auch Patient ist diese Unter­su­chung kostenfrei. Weitere Infor­ma­tionen siehe www.pro-alpha.de.

Bei einer moleku­lar­bio­lo­gi­schen Labor­un­ter­su­chung wird eine Blutprobe entnommen und an ein dafür spezia­li­siertes Labor übersandt.

Nach heutigem Stand der Wissen­schaft hat die Z‑Variante in Deutschland die größte Krank­heits­re­levanz, insbe­sondere wenn beide Gene betroffen sind (PiZZ-Genotyp).

Charak­te­ristika der relevan­testen Genotypen bei AAT-Mangel in Nord- und Westeuropa

 

 

 

 

 

Alpha‑1 und die Lunge

Die eindeutig häufigste Auswirkung eines Alpha-1-Antitryp­sin­mangels ist eine Erkrankung der Lunge.

Da mit jedem Atemzug nicht nur Sauer­stoff, sondern auch kleine Schwe­be­par­tikel wie Staub, schädi­gende Gase, Viren oder Bakterien in die Lunge gelangen, ist das Immun­system der Lunge konti­nu­ierlich aktiv, um eindrin­gende Krank­heits­er­reger unschädlich zu machen.

Für die lokale Entzün­dungs­hemmung ist die Neutro­phile Elastase, ein Enzym (Protein) in der Lunge, zuständig. Besteht jedoch ein Mangel des Schutzei­weißes AAT kommt das „System“ der Entzün­dungs­hemmung aus dem Gleich­ge­wicht. Neben den Krank­heits­er­regern „bekämpfen“ die Neutro­phile Elastase nun auch die Struk­tur­pro­teine (insbe­sondere Elastin), deren Funktion die Formgebung und der Halt von Geweben ist. Die Folge ist, gesundes Lungenwebe wird zerstört.

Lungen­em­physem
Während des langjäh­rigen Krank­heits­ver­laufs eines AAT-Mangels gehen sehr langsam, aber konti­nu­ierlich mehr und mehr Lungen­bläschen (Alveolen) verloren. Die verblei­benden Alveolen sind überdehnt, verlieren mit der Zeit ihre elastische Struktur und fallen beim Ausatmen in sich zusammen. Aus ursprünglich Millionen elasti­schen Lungen­bläschen entstehen große Blasen, in denen die Luft „gefangen“ bleibt. Dadurch erhöht sich das Gasvo­lumen in der Lunge, das Ausatmen fällt schwerer. Diese Überblähung der Lunge wird als Lungen­em­physem bezeichnet.

Alveolen sind die struk­tu­rellen Elemente einer Lunge, in denen bei der Atmung der Gasaus­tausch zwischen Blut und Lungen­gewebe erfolgt. Durch die Verän­derung der Alveolen verändert sich gleich­zeitig die zur Verfügung stehende Gasaus­tausch­fläche, was zu einer gerin­geren Aufnah­me­mög­lichkeit für Sauer­stoff ins Blut führt.

Der Gasaus­tausch zwischen Lunge und Blutkreislauf ist gestört und es kommt langfristig zu einer Unter­ver­sorgung des Körpers mit Sauer­stoff.

Sympto­matik
Erste Beschwerden können bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auftreten. Am auffäl­ligsten ist dabei die Luftnot unter Belas­tungs­si­tua­tionen, wie zum Beispiel beim Treppen­steigen oder bei sport­lichen Aktivi­täten.

Insgesamt sind drei Beschwer­de­bilder für ein Lungen­em­physem bezeichnend, wobei nicht alle Symptome auftreten müssen und zudem unter­schiedlich ausge­prägt sein können:

• Atemnot
• Husten
• Auswurf

Der Brustkorb ist dabei oft fassförmig gebläht und die Ausat­em­phase deutlich verlängert.

Da diese Lungen­sym­pto­matik identisch bei den wesentlich häufi­geren „Volks­krank­heiten“ Asthma und COPD (chronisch obstruktive Lungen­er­krankung) vorkommt, wird bei vielen Betrof­fenen ein Alpha-1-Antitryp­sin­mangel lange Zeit nicht erkannt.

Tabak­rauch
Rauchen schädigt das Selbst­rei­ni­gungs­system der Atemwege und macht die noch vorhan­denen Schutzei­weiße unwirksam. Somit sind Tabak­rauch – wie auch andere Luftschad­stoffe – für Menschen mit einem AAT-Mangel besonders schädlich. Denken Sie daran, dass diese Effekte auch bei Passiv­rauchen eintreten.

Diagnostik
Die Diagnostik eines Lungen­em­physems erfolgt über den Weg der Anamnese (Kranken­ge­schichte) im Gespräch mit dem Arzt, einer körper­lichen Unter­su­chung und dem Abhören der Lunge mit dem Stethoskop. Weiterhin wird eine Lungen­funk­ti­ons­messung mittels Spiro­metrie bzw. optima­ler­weise mittels Bodyp­le­thys­mo­graphie und Blutgas­analyse vorge­nommen.
Emphy­seman­zeichen lassen sich im Röntgenbild und in der Compu­ter­to­mo­graphie (CT) erkennen. Grund­sätzlich sollte ein Patient mit COPD/Lungenemphysem in Behandlung eines Lungen­fach­arztes sein, da dieser über die notwen­digen diagnos­ti­schen Geräte verfügt.

 

Alpha‑1 und die Leber

Erkran­kungen der Leber sind die zweit­häu­figste Auswirkung, die sich aufgrund eines Alpha-1-Antitryp­sin­mangels entwi­ckeln kann.

Das in den Leber­zellen gebildete und bei einem AAT-Mangel struk­turell verän­derte Eiweiß­mo­lekül kann nicht mehr ungehindert in die Blutbahn abfließen. Es staut sich, lagert sich in den Leber­zellen ab und verändert so auf Dauer das Leber­gewebe. Durch die chronische Schädigung kann es zum Umbau des Leber­ge­webes mit Vernar­bungen (Fibrose) kommen und – wenn nicht frühzeitig eine leber­fach­ärzt­liche Betreuung erfolgt – bis zur Leber­zir­rhose (Schrumpf­leber, bei der sich das Leber­gewebe in Narben- und Binde­gewebe wandelt) fortschreiten.

Die Situation in der Leber – mit einem Überschuss an AAT – unter­scheidet sich also grund­legend von der Situation in der Lunge – mit einem Mangel an AAT.

Säuglinge, Kinder und Erwachsene ab dem 40. Lebensjahr sind besonders von einer Leber­be­tei­ligung betroffen.

Bei Kindern ist der AAT-Mangel die häufigste Erbkrankheit, die zu einer Leber­er­krankung führt. Oft beschränken sich die Symptome auf eine vorüber­ge­hende Gelbsucht im Säuglings­alter, erhöhte Leber­werte und/oder eine vergrö­ßerte Leber im Kindes­alter. Beachten Sie: Eine Gelbsucht bei Neuge­bo­renen kann jedoch viele Ursachen haben und somit durchaus auch harmlos sein.

Sympto­matik
Die Leber ist das zentrale Organ innerhalb des Stoff­wechsels eines Menschen. Im Gegensatz zu anderen Organen, bei denen man Störungen leicht bemerkt, ist die Leber eher ein „Arbeitstier, das sich nicht beschwert“. Zitat PD Dr. Pavel Strnad, Uniklinik RWTH Aachen

Auftre­tende Symptome wie Müdigkeit, Unwohlsein oder leichte Druck­schmerzen im Bauch sind unspe­zi­fisch und können der Leber als Ausgangsort nicht sicher zugeordnet werden. Die Leber ist nicht schmerz­emp­findlich. Erkran­kungen werden oft erst ersichtlich, wenn sie nicht mehr heilbar sind.

Diagnostik
Grund­sätzlich besteht derzeit noch ein zu geringes Bewusstsein, dass bei einem Alpha-1-Antitryp­sin­mangel nicht nur die Lunge, sondern ebenfalls die Leber betroffen sein kann.

Ein weiteres Handicap ist, dass die alleinige Bestimmung der Leber­werte im Labor nicht aussa­ge­fähig genug ist. Eine Gewebe­pro­be­ent­nahme (Leber­bi­opsie) gibt zwar Aufschluss über den Grund und mögliche Thera­pie­op­tionen einer Leber­er­krankung, aber nicht jeder Patient benötigt eine Leber­bi­opsie. Derzeit besteht jedoch noch kein klini­scher Standard in der Leber­ver­sorgung von AAT-Patienten, um das Ausmaß der Leber­be­tei­ligung zu erfassen – was zu einer unzurei­chenden Vorsorge führt.

Um die Unter­ver­sorgung zu verbessern, wurde ausgehend von der Klinik für Gastro­en­te­ro­logie, Stoff­wech­sel­er­kran­kungen und Inter­nis­ti­schen Medizin (Medizi­nische Klinik III) der Univer­si­täts­klinik RWTH Aachen unter Leitung von PD Dr. Pavel­Strnad, eine europa­weite Regis­ter­studie ins Leben gerufen. Die Bemühungen wurden von der Europäi­schen Kommission (European Reference Networks) und der Europäi­schen Leber­ver­ei­nigung (EASL registry grant) honoriert und die Aachener Uniklinik hat den Auftrag erhalten, europaweit die Aktivi­täten hinsichtlich Versorgung und Erfor­schung der Leber­be­tei­ligung bei AAT-Mangel zu koordi­nieren.

Dabei geht es darum, durch die modernen Messme­thoden eines Leber­scans den Vernar­bungsgrad der Leber nicht-invasiv, d. h. durch die Haut und nicht durch einen opera­tiven Eingriff, zu messen, um so eine frühe Diagnose zu ermög­lichen.

Die Forscher haben in sieben europäi­schen Ländern bereits über 800 Alpha-1-Patienten kostenlos unter­sucht. Mit den neuen Erkennt­nissen möchten sie auch einen Vorsor­geplan für die Leber­be­tei­ligung bei AAT-Mangel entwi­ckeln. Dadurch soll eine bedarfs­ge­rechte Versorgung flächen­de­ckend ermög­licht werden.

Ziele der Alpha1-Leber-Studie sind unter anderem die Klärung von Frage­stel­lungen wie:

• Welche Begleit­fak­toren beein­flussen den Fortgang der Leber­be­tei­ligung?
• Wie sollte eine Leber­be­tei­ligung versorgt werden?
• Welcher Zusam­menhang besteht im Hinblick auf das Ausmaß der Lungen­be­tei­ligung im Bezug zur Leber­be­tei­ligung?

Weitere Infor­ma­tionen sowie Unter­su­chungs­termine finden Sie auf
www.alpha1-leber.de
mail@alpha1-leber.de
Hotline 0241 – 80–36606

Behandlungsmöglichkeiten

Ein Alpha-1-Antitryp­sin­mangel kann zwar nicht geheilt, jedoch das Fortschreiten von Folge­er­kran­kungen verlangsamt und somit ein positiver Verlauf begünstigt werden. Umso wichtiger ist also ein frühzei­tiges Erkennen des AAT-Mangels!

Die Behand­lungs­ziele sind vor allem ausge­richtet auf die Verbes­serung bereits bestehender Beschwerden, die Steigerung der Lebens­qua­lität sowie die Verhin­derung bzw. Verlang­samung einer weiteren Zerstörung von Gewebe.

Alpha-1-Antitryp­sin­mangel
Das fehlende Schutzeiweiß Alpha-1-Antitrypsin kann je nach Ausprägung der Erkrankung mittels Substi­tu­ti­ons­the­rapie ersetzt werden. Dadurch wird die Konzen­tration des AAT im Blut angehoben, was zu einer Verlang­samung der Zerstörung des Lungen­ge­webes führt.

Das verab­reichte AAT stammt aus dem Blutplasma gesunder Spender.

In der Forschung befinden sich derzeit zwei weitere Ansätze. Zum einen die Entwicklung einer Genthe­rapie mit dem Ziel, die korrekte genetische Infor­mation in die Zielzellen „einzu­schleusen“ und zum anderen den thera­peu­ti­schen Ansatz einer Inhalation von AAT.
Quelle: www.lungeninformationsdienst.de

Lunge

Zur Behandlung der Sympto­matik Atemnot stehen eine Reihe moderner inhala­tiver Thera­peutika zur Verfügung, die insbe­sondere die Bronchien erweitern und entzün­dungs­hemmend wirken.

Ist der Sauer­stoff­gehalt im Blut erniedrigt, kann eine Langzeit-Sauer­stoff­the­rapie notwendig werden.

Eine wichtige Thera­pie­säule bilden physi­ka­lische Thera­pie­maß­nahmen. Hierzu zählen Lungen­sport, Atemphy­sio­the­rapie, medizi­nische Trainings­the­rapie und medizi­nische Rehabi­li­tation.

Endosko­pische und chirur­gische Behand­lungs­mög­lich­keiten sind die Lungen­vo­lu­men­re­duktion oder Lungen­trans­plan­tation als letzte Thera­pie­option.

Leber

Ein wichtiges Ziel der Arbeits­gruppe um PD Dr. Pavel Strnad, Univer­si­täts­kli­nikum Aachen, besteht darin, durch Zellthe­rapie die Funktion der erkrankten Leber zu unter­stützen.

Doch von der wissen­schaft­lichen Idee bis zum Ankommen in medika­men­tösen Therapien oder zellthe­ra­peu­ti­schen Verfahren in der Behand­lungs­praxis wird mit einer Entwick­lungszeit von noch mindestens 5 Jahren gerechnet.

Weitere Detail­in­for­ma­tionen zu Forschungs­ak­ti­vi­täten finden Sie auf www.alpha1-deutschland.org.

Anlässlich des Alpha‑1 Infotags des Alpha1 Deutschland e.V. 2017 in Göttingen formu­lierte Dr. Karim Hamesch, koordi­nie­render Studi­enarzt, Alpha1-Leber-Studie, Aachen: „Eine Bekämpfung von belas­tenden Begleit­fak­toren, wie z. B. Übergewicht/Fehlernährung, Diabetes, leber­schä­di­genden Medika­menten, Virus­he­pa­titis oder anderen unbemerkten Leber­er­kran­kungen, kann vermutlich den Fortgang des AAT-bedingten Leber­umbaus abmildern. Recht­zeitige und adäquate Diagnostik hilft Problemen vorzu­beugen!“

Lebensqualität mit Alpha‑1

Die entschei­dende Botschaft lautet: Sie selbst können Ihren Krank­heits­verlauf positiv beein­flussen.

Infor­mation ist der erste wichtige Schritt, um sich mit der eigenen Erkrankung und seiner indivi­du­ellen Situation ausein­an­der­zu­setzen. Nutzen Sie jegliche Möglichkeit, sich umfassend und wissen­schaftlich fundiert zu infor­mieren. Nutzen Sie auch die Erfah­rungen und Tipps anderer Betrof­fener. Dieses Wissen bildet die Grundlage für Ihr persön­liches aktives Krank­heits­ma­nagement und eine darauf abgestimmte Lebens­weise.

Rauch­stopp
Tabak­rauch belastet Betroffene eines Alpha-1-Antitryps­ins­mangels ganz besonders, denn er zerstört auch noch das verbliebene Schutzeiweiß in der Lunge. Ein sofor­tiger Rauch­stopp sollte daher unver­züglich umgesetzt werden. Struk­tu­rierte Raucher­ent­wöh­nungs­pro­gramme bieten nachweislich die bestmög­liche Unter­stützung. Sprechen Sie mit Ihrem Lungen­facharzt darüber. Bedenken Sie, dass auch Passiv­rauchen schädigend ist. Ebenso sollten hohe Schad­stoff- und Feinstoff­be­las­tungen möglichst gemieden werden.

Bewegung
Körper­liche Aktivität ist die wichtigste und effek­tivste nicht-medika­mentöse Thera­pie­maß­nahme bei COPD/Lungenemphysem, die man zur Beein­flussung des Krank­heits­ver­laufes selbst ergreifen kann.

Trainings­ef­fekte, wie eine Steigerung der Belast­barkeit, Linderung der Atemnot und Ermüd­barkeit, sind für COPD- und AATM-Patienten aller Schwe­re­grade durch Studien eindeutig belegt. Eine fachärzt­liche Unter­su­chung ist Voraus­setzung für die Aufnahme körper­lichen Trainings. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein an Ihre indivi­duelle Situation angepasstes Trainings­pro­gramm.

Lungen­sport, medizi­nische Trainings­the­rapie sowie Atemthe­rapie sind auch wichtige Bestand­teile einer statio­nären pneumo­lo­gi­schen Rehabi­li­ta­ti­ons­maß­nahme.
Achten Sie darauf, dass die Rehabi­li­ta­ti­ons­klinik auf Alpha-1-Antitryp­sin­mangel spezia­li­siert ist.

Lungen­sport
Eine Teilnahme an einer regio­nalen Lungen­s­port­gruppe der AG Lungen­sport ist unbedingt empfeh­lenswert. Unter www.lungensport.org finden Sie eine aktuelle Übersicht bundes­weiter Gruppen, ebenso wie alle Infor­ma­tionen über die Verordnung von Lungen­sport.

Infekt­ver­meidung
Da das Immun­system durch den Alpha-1-Antitryp­sin­mangel bereits beein­trächtigt ist, besteht die Gefahr, schneller einen viralen oder bakte­ri­ellen Infekt zu erleiden, der die Lunge zusätzlich belastet.

Viele Maßnahmen können zur Vorbeugung beitragen wie z. B.:

• Pneumo­kok­ken­impfung – Pneumo­kokken sind der häufigste Erreger einer Lungen­ent­zündung.

• Jährlich zu erneu­ernde Grippe­schutz­impfung (Influ­en­za­impfung).

• Handhy­giene – viele Viren und Bakterien werden über die Hände übertragen, regel­mä­ßiges Hände­wa­schen oder ‑des– infizieren können helfen, insbe­sondere nach dem Anfassen von häufig frequen­tierten Türgriffen etc.

• Meiden Sie Kontakt mit erkrankten Personen oder Menschen­mengen.

• Schützen Sie sich im Winter mit adäquater Kleidung und ggf. einem Schal vor den Atemwegen. Atmen Sie durch die Nase und nicht den Mund ein –
über die Nase kann die Luft erwärmt und bereits Schad­stoffe heraus­ge­filtert werden.

• Achten Sie auf Ihren Vitamin-D-Spiegel im Blut – Vitamin D bildet sich insbe­sondere durch Sonnen­ein­strahlung auf der Haut. Lassen Sie gelegentlich einen aktuellen Status bei Ihrem Arzt vornehmen.

Ernährung
Eine ausge­wogene und gesunde Ernährung versorgt den Körper und alle Organe – somit auch die Lunge – mit den notwen­digen Vital­stoffen und belastet auch die Leber nicht zusätzlich. Alle frischen und wenig verar­bei­teten Lebens­mittel liefern neben Energie genügend Baustoffe wie Vitamine, Mineralien, wichtige Pflanzen- und Ballast­stoffe.

Achten Sie auf das richtige Gewicht, Überge­wicht belastet – auch Lunge und Leber. Vermeiden Sie ebenso Unter­ge­wicht und somit eine Unter­ver­sorgung.

Bestandteil einer statio­nären Rehabi­li­ta­ti­ons­maß­nahme ist auch eine Ernäh­rungs­be­ratung.

Patienten mit Leber­pro­blemen bei AAT-Mangel wird auch geraten, den Konsum von Alkohol einzu­schränken. Ob ein Verzicht nötig ist, sollte mit einem Leber­facharzt besprochen werden.

Hilfe durch Selbsthilfe 

Alpha1 Deutschland e.V.
Die Patien­ten­or­ga­ni­sation Alpha1 Deutschland e.V. wurde 2001 aus einer Selbst­hil­fe­gruppe heraus gegründet, knapp 40 Jahre, nachdem die Krankheit das erste Mal in Schweden beschrieben worden war. Zu Beginn der 2000er war der Gendefekt in Deutschland noch weitgehend unbekannt.

Die Organi­sation wuchs von Jahr zu Jahr: waren es 2003 bereits 120 Mitglieder, erhöhte sich die Zahl 2009 auf 300 Mitglieder. 2015 wurde auf dem jährlich statt­fin­denden Infotag bereits das 500. Mitglied begrüßt. Heute steht der Verband kurz vor der Mitglie­derzahl von 700 Personen. Das stetige Wachstum bedeutet auch, von Forschern und Behandlern besser wahrge­nommen zu werden und auf politi­scher Ebene mehr bewegen zu können.

Von Beginn an standen die Haupt­auf­gaben der Patien­ten­or­ga­ni­sation fest:

• Schnelle und umfas­sende Infor­ma­tionen für die Betrof­fenen nach Diagnose
• Ansprech­partner sein für den Alltag mit dem AAT-Mangel
• Aufmerk­samkeit schaffen bei Ärzten und Behandlern sowie Vernetzung unter­schied­licher medizi­ni­scher Fachrich­tungen
• Aufbau und Unter­stützung von Selbst­hil­fe­gruppen
• Bekannt­machen des Gende­fekts in Medien und auf politi­scher Ebene
• Kontakte zu Alpha-1-Szenen jenseits der deutschen Grenzen
• Einen Fokus auf von AAT-Mangel betrof­fenen Kinder setzen

Gebün­delte Infor­ma­tionen
Im Alpha1 Journal, das zweimal jährlich erscheint, kommen neben namhaften Ärzten und Referenten auch Mitglieder und die Selbst­hil­fe­gruppen zu Wort. Neue mediale Möglich­keiten werden genutzt durch den elektro­ni­schen Newsletter, ein Famili­en­forum, einer auch auf dem Handy lesbaren Inter­net­seite, Verlinkung mit anderen Organi­sa­tionen und anderen Ländern. Jährlich wird mindestens ein neuer Flyer rund um das Leben mit Alpha-1-Antitryp­sin­mangel veröf­fent­licht.

Jedes Jahr im April findet der große Alpha1 Infotag statt. Hier treffen Mitglieder sowie Gäste auf Ärzte und Behandler, für die der AAT-Mangel sehr viel mehr ist als eine seltene Erkrankung.

Ein kleiner Meilen­stein war die Veröf­fent­li­chung des Alpha1-Kinder­buchs „Alpha-1-Antitryp­sin­mangel – Alles was du wissen musst“. Mithilfe einer Zooge­schichte wird der AAT-Mangel erklärt und den Eltern die Möglichkeit an die Hand gegeben, alters­ge­recht mit ihren Kindern über den Gendefekt zu sprechen.

Alle zwei Jahre organi­siert Alpha1 Deutschland im November einen Alpha1 Kinder-und Jugendtag, zu dem Familien mit betrof­fenen Kindern sowie Referenten einge­laden werden. Hier geht es „gemüt­licher“ zu als auf dem großen Infotag, da sich alles auf den AAT-Mangel beim Kind und die Auswir­kungen auf die Familie konzen­triert.

Alpha1 und die Zukunft
Das nächste Ziel des Verbandes ist, „WIKI“ für den Alpha-1-Antitryp­sin­mangel zu werden. Dafür werden auf der Homepage www.alpha1-deutschland.org viele Fachin­for­ma­tionen zusam­men­ge­tragen, so dass sich wirklich jeder Alpha und Inter­es­sierte gut aufge­hoben fühlt.

Weiterhin werden Studien rund um den AAT-Mangel begleitet.

Auch politisch engagiert sich Alpha1 Deutschland, z. B. für die Aufnahme des AAT-Mangels in das DMP COPD. Ein Disease-Management-Programm (DMP) ist ein zentral organi­siertes Behand­lungs­pro­gramm für chronisch kranke Menschen.

Alpha1 Deutschland e.V. möchte dazu beitragen, dass Alpha-1-Patienten ein selbst­be­stimmtes Leben führen können, dafür setzt sich der Verband mit aller Kraft ein. Gabi Niethammer, 2. Vorsit­zende von Alpha1 Deutschland e.V.

Persön­licher Einblick
Einige Zeit nach der Diagnose konnte ich ein langes Telefonat mit Alpha1 Deutschland führen und habe hierbei sehr viele Infor­ma­tionen erhalten. Auch wurde dabei die Angst vor einer verkürzten Lebens­er­wartung relati­viert. Nach dem Gespräch erhielt ich eine Einladung, an einem Treffen der Selbst­hil­fe­gruppe in meiner Nähe teilzu­nehmen. Mein erster Gedanke war jedoch: Nein, das möchte ich nicht. Ich wollte auf keinen Fall mit jammernden Menschen sprechen, die mir schildern, was mir mögli­cher­weise noch alles bevor­steht. Was mich dennoch bewogen hat, an diesem Treffen teilzu­nehmen, waren der Arztvortrag zum AAT-Mangel und die Möglichkeit, eigene Fragen stellen zu können.

Es kam anders. Denn es gab dort einfach keine jammernden Menschen. Bei jedem Gespräch, das ich führen konnte, habe ich Neuig­keiten erfahren. Ein wichtiger Tag für mich, an dem ich viel gelernt habe, nicht nur durch den Arztvortrag, sondern insbe­sondere von den anderen Patienten.
Marion Wilkens, heute 1. Vorsit­zende von Alpha1 Deutschland e.V.

Kontakt
Alpha1 Deutschland e.V.
Alte Landstraße 3, 63479 Ginsheim
Kosten­freie Service­nummer 0800 – 5894662
info@alpha1-deutschland.org
www.alpha1-deutschland.org

AlphaCare Serviceprogramm

Eine zusätz­liche Infor­ma­ti­ons­quelle für die vielen „kleinen“, aber oftmals gleicher­maßen drängenden, Fragen rund um Alpha‑1 – für die im Praxis­alltag meist zu wenig Zeit bleibt – können Service­an­gebote wie beispiels­weise das AlphaCare Programm darstellen. AlphaCare bietet Patienten, Angehö­rigen und Inter­es­sierten zum einen nützliche Basis­in­for­ma­tionen und zum anderen quali­fi­zierte Ansprech­partner, die bei Fragen rund um das Thema Alpha‑1 telefo­nisch zur Verfügung stehen.

Birgit Lichte-Steeger (55) ist eine von insgesamt vier speziell ausge­bil­deten AlphaCare-Coaches. Sie ist Kranken­schwester und betreut seit drei Jahren Alpha-1-Patienten. Doch wie der Begriff „Coach“ schon vermuten lässt, werden nicht nur Fragen beant­wortet, sondern es besteht auch die Möglichkeit, eine konti­nu­ier­liche telefo­nische Unter­stützung und Betreuung in Anspruch zu nehmen – indivi­duell abgestimmt auf die Wünsche des einzelnen Patienten.

„Die Wünsche zur Kontakt­auf­nahme reichen dabei von einem einmal jährlichen bis zu einem einmal wöchent­lichen Anruf“, schildert Birgit Lichte-Steeger. „Manche Patienten schätzen vor allem die persön­liche Ansprache, das Gespräch an sich. Andere Patienten wiederum haben konkrete Fragen und suchen Antworten.“

Das Themen­spektrum reicht dabei von Fragen zur Urlaubs­vor­be­reitung, sozial­recht­lichen Aspekten wie Rente und Schwer­be­hin­derung, über Beson­der­heiten bei Ernährung, Atemthe­rapie und Bewegung, aber auch Adress­in­for­ma­tionen zur nächst­ge­le­genen Selbst­hil­fe­gruppe, bis hin zu ganz prakti­schen Hilfen für den Alltag.

Aktuell werden mehrere hundert Teilnehmer über das AlphaCare Service­pro­gramm betreut. Um an dem Programm teilzu­nehmen, ist eine schrift­liche Anmeldung erfor­derlich und das Einver­ständnis einer Kontakt­auf­nahme durch einen der Coaches. Wird eine Betreuung aufge­nommen, bleibt immer der gleiche Coach Ansprech­partner für den einzelnen Patienten.

Kontakt
AlphaCare Service-Telefon 0800 – 1003948 Montags-Freitags 08.00–20.00 Uhr
www.alpha-care.de

Das Service­pro­gramm AlphaCare ist ein Angebot des Unter­nehmens Grifols, es ist kostenfrei und jederzeit kündbar.


Eine unver­än­derte Neuauflage des Ratgebers ist 2/2020 erschienen. Der Ratgeber kann online gelesen

oder als Print­version über die www.Patienten-Bibliothek.de bestellt werden.


Bildnachweis: Deckblatt © Giulio_Fornasar – Fotolia.com, S. 2 tai111, S. 6 AOK-Medien­dienst, S. 7 Golden­Creative, S. 8 zuzanaa, S. 9 Grifols, S. 11 bluering­media, S. 12 jinga80, S. 13 olenka758 – Fotolia.com, S. 15–16 bismillah_bd – Fotolia.com, S. 17 freestyle_images, S. 18 Matthias Buehner, ylivdesign – Fotolia.com, Rückseite nebari, Yuri Arcus, nobeast­so­fierce, Alexander Raths – Fotolia.com

Text/ Redaktion: Sabine Habicht, Redak­ti­ons­leitung Patienten-Bibliotek

Wissen­schaft­liche Beratung: PD Dr. Pavel Strnad, Dr. Karim Hamesch, Uniklinik RWTH Aachen, Med. Klinik III, Aachen, Europäi­sches Referenz­zentrum für die Leber­be­tei­ligung bei Alpha-1-Antitrysin-Mangel

Hotline 0241 – 80–36606, mail@alpha1-leber.de, www.alpha1-leber.de

Schlagwörter: Alpha1, Antitrypsinmangel, Asthma, Atemnot, chronisch obstruktive Bronchitis, chronische Bronchitis, COPD, Husten, Luftnot, Lungenemphysem

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