Artikel

Täglicher Umgang mit Maskenpflicht

15. Aug. 2020

Den Alltag meistern

Im Zusam­menhang mit der aktuellen Situation zu SARS (schweres akutes respi­ra­to­ri­sches Syndrom)-CoV‑2/CoVid-19 werden in unter­schied­lichen Zusam­men­hängen verschiedene Typen von Masken zur Bedeckung von Mund und Nase genutzt. Da sich diese Masken grund­sätzlich in ihrem Zweck – und damit auch in ihren Schutz- und sonstigen Leistungs­merk­malen – unter­scheiden, möchte das Bundes­in­stitut für Arznei­mittel- und Medizin­pro­dukte (BfArM) im Folgenden auf wesent­liche Charak­te­ristika hinweisen.

Zu unter­scheiden sind im wesent­lichen Masken, die als Behelfs-Mund-Nasen-Masken aus handels­üb­lichen Stoffen herge­stellt werden (1. „Community-Masken“) und solche, die aufgrund der Erfüllung einschlä­giger gesetz­licher Vorgaben und techni­scher Normen Schutz­masken mit ausge­lobter Schutz­wirkung darstellen (2. medizi­nische Gesichts­masken und 3. filtrie­rende Halbmasken).

Maskentyp/
Eigen­schaft
„Community-Maske“medizi­nische Gesichts­maskefiltrie­rende Halbmasken
Abkürzungen/
Synonym
DIY(do it yourself)-Maske, Behelfs-Mund-Nasen-Maske, Mund-Nasen-Bedeckungen (inkl. Schals und Tücher)Mund-Nasen-Schutz (MNS) bzw. Opera­ti­ons­maske (OP)FFP1‑, FFP2‑,FFP3-Maske
Verwen­dungs-
zweck
im Rahmen der angeord­neten „Masken­pflicht“ zum privaten GebrauchFremd­schutzEigenschutz/Arbeitsschutz
Medizin­produkt bzw. Schutzaus-rüstungneinjaja
Testung und Zertifizierung/
Zulassung
neinjaja
Schutz­wirkungi.d.R. nicht nachge­wiesen; durch das Tragen können Geschwin­digkeit des Atemstroms und des Auswurfs (auch von Tröpfchen) reduziert werdenSchutz vor Tröpfchen-
auswurf des Trägers
Schutz des Trägers vor festen und flüssigen Aerosolen

Quelle: modifi­ziert nach Bundes­in­stitut für Arznei­mittel und Medizin­pro­dukte (BfArM)

1. „Community-Masken“

„Community-Masken“ oder „DIY-Masken“ sind im weitesten Sinne Masken, die (z. B. in Eigen­her­stellung auf Basis von Anlei­tungen aus dem Internet) aus handels­üb­lichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Entspre­chende einfache Mund-Nasen-Masken genügen in der Regel nicht den für Medizi­nische Gesichts­masken (2.) oder persön­liche Schutz­aus­rüstung wie Filtrie­rende Halbmasken (3.) einschlä­gigen Norman­for­de­rungen bzw. haben nicht die dafür gesetzlich vorge­se­henen Nachweis­ver­fahren durch­laufen. Sie dürfen nicht als Medizin­pro­dukte oder Gegen­stände persön­licher Schutz­aus­rüstung in Verkehr gebracht und nicht mit entspre­chenden Leistungen oder Schutz­wir­kungen ausgelobt werden.

Träger der beschrie­benen „Community-Masken“ können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV‑2 schützen, da für diese Masken keine entspre­chende Schutz­wirkung nachge­wiesen wurde.

Trotz dieser Einschrän­kungen können geeignete Masken als Kleidungs­stücke dazu beitragen, die Geschwin­digkeit des Atemstroms oder Tröpf­chen­aus­wurfs z. B. beim Husten zu reduzieren und das Bewusstsein für „social distancing“ sowie gesund­heits­be­zogen achtsamen Umgang mit sich und anderen sichtbar zu unter­stützen. Auf diese Weise können sie bzw. ihre Träger einen Beitrag zur Reduzierung der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV‑2 leisten.

Fest gewebte Stoffe sind in diesem Zusam­menhang besser geeignet als leicht gewebte Stoffe.

Den besten Schutz vor einer poten­zi­ellen Virus­über­tragung bietet nach wie vor das konse­quente Distan­zieren von anderen, poten­ziell virus­tra­genden Personen. Dennoch kann die physische Barriere, die das richtige Tragen einer Community-Maske darstellt, eine gewisse Schutz­funktion vor größeren Tröpfchen und Mund-/Nasen-Schleim­haut­kontakt mit konta­mi­nierten Händen bieten.

Folgende Regeln sind beim Einsatz der Community-Masken zu berück­sich­tigen:

  • Die Masken sollten nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.
  • Die gängigen Hygie­ne­vor­schriften, insbe­sondere die aktuellen Empfeh­lungen des Robert-Koch-Instituts (RKI, www.rki.de) und der Bundes­zen­trale für gesund­heit­liche Aufklärung (BZgA, www.infektionsschutz.de) sind weiterhin einzu­halten.
  • Auch mit Maske sollte der von der WHO empfohlene Sicher­heits­ab­stand von mindestens 1,50 m zu anderen Menschen einge­halten werden.
  • Beim Anziehen einer Maske ist darauf zu achten, dass die Innen­seite nicht konta­mi­niert wird. Die Hände sollten vorher gründlich mit Seife gewaschen werden.
  • Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  • Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durch­lässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern.
  • Eine durch­feuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und ggf. ausge­tauscht werden.
  • Die Außen­seite der gebrauchten Maske ist poten­ziell erreger­haltig. Um eine Konta­mi­nierung der Hände zu verhindern, sollte diese möglichst nicht berührt werden.
  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allge­meinen Hygie­ne­regeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20–30 Sekunden mit Seife).
  • Die Maske sollte nach dem Abnehmen in einem Beutel o.ä. luftdicht verschlossen aufbe­wahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbe­wahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schim­mel­bildung zu vermeiden.
  • Masken sollten nach einma­liger Nutzung idealer­weise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Beachten Sie eventuelle Herstel­ler­an­gaben zur maximalen Zyklu­s­anzahl, nach der die Festigkeit und Funktio­na­lität noch gegeben ist.
  • Sofern vorhanden, sollten unbedingt alle Herstel­ler­hin­weise beachtet werden.

2. Medizi­nische Gesichts­masken

Medizi­nische Gesichts­masken (MNS; Operations-(OP-)Masken) dienen vor allem dem Fremd­schutz und schützen das Gegenüber vor der Exposition mögli­cher­weise infek­tiöser Tröpfchen desje­nigen, der den Mundschutz trägt. Zwar schützen entspre­chende MNS bei festem Sitz begrenzt auch den Träger der Maske, dies ist jedoch nicht die primäre Zweck­be­stimmung bei MNS. Dieser wird z.B. einge­setzt, um zu verhindern, dass Tröpfchen aus der Atemluft des Behan­delnden in offene Wunden eines Patienten gelangen.

Da der Träger je nach Sitz des MNS im Wesent­lichen nicht durch das Vlies des MNS einatmet, sondern die Atemluft an den Rändern des MNS vorbei angesogen wird, bieten MNS für den Träger in der Regel kaum Schutz gegenüber erreger­hal­tigen Tröpfchen und Aerosolen. Sie können jedoch Mund- und Nasen­partie des Trägers vor einem direktem Auftreffen größerer Tröpfchen des Gegenüber schützen sowie vor einer Erreger­über­tragung durch direkten Kontakt mit den Händen.

3. Filtrie­rende Halbmasken

FFP ist die englische Abkürzung für Filtering Face Piece. FFP-Masken schützen vor parti­kel­för­migen Schad­stoffen wie Staub, Rauch und Aerosol. Es gibt sie in den drei Schutz­stufen FFP1, FFP2 und FFP3. Diese sind europaweit normiert. Je höher die Zahl desto höher ist die Schutz­stufe.

FFP-Masken mit der Kennzeichnung „R“ sind wieder­ver­wendbar. FFP-Masken mit der Kennzeichnung „NR“ sind zum einma­ligen Gebrauch für einen Arbeitstag bestimmt. 

Filtrie­rende Halbmasken (FFP) sind Gegen­stände der persön­lichen Schutz­aus­rüstung (PSA) im Rahmen des Arbeits­schutzes und haben die Zweck­be­stimmung, den Träger der Maske vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen zu schützen. Das Design der filtrie­renden Halbmasken ist unter­schiedlich.

Es gibt Masken ohne Ausatem­ventil und Masken mit Ausatem­ventil. Masken ohne Ventil filtern sowohl die einge­atmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigen­schutz als auch einen Fremd­schutz.

Masken mit Ventil filtern nur die einge­atmete Luft und sind daher nicht für den Fremd­schutz ausgelegt. Die Ausatemluft wird direkt und ungefiltert aus der Atemschutz­maske geleitet.

Quellen/Auszüge: Bundes­in­stitut für Arznei­mittel und Medizin­pro­dukte (BfArM), www.bfarm.de

Infor­ma­ti­on­flyer der Deutschen Atemwegsliga bestellen oder downloaden.

und Deutsche Atemwegsliga e.V. www.atemwegsliga.de

(Abruf: 05. Juni 2020) Beachten Sie, dass die Infor­ma­tionen konti­nu­ierlich aktua­li­siert werden!


Backofen, Mikro­welle

Nehmen Sie keine Trockenreinigung/Desinfektion mittels Backofen oder Mikro­welle vor.

Es gibt derzeit keine wissen­schaft­lichen Belege, dass infek­tiöse Virus­par­tikel über diese bislang empfoh­lenen Aufbe­rei­tungs­ver­fahren vollständig inakti­viert werden. Das Bundes­in­stitut für Arznei­mittel und Medizin­pro­dukte formu­liert, dass für eine Empfehlung weitere Prüfergeb­nisse benötigt werden. 
(Abruf 05. Juni 2020)

Visiere

Visiere – auch Face Shields genannt – bestehen aus durch­sich­tigem, biegsamen Kunst­stoff und decken das Gesicht vom Kinn bis zur Stirn ab. Laut Robert Koch-Institut sind die Visiere keine gleich­wertige Alter­native zum Mund-Nasen-Schutz, da die Plastik­scheiben in der Regel maximal nur die direkt auf die Scheibe auftre­tenden Tröpfchen auffangen. Zudem liegen die Visiere nicht eng am Kopf an und umschließen den Mund- und Nasen­be­reich nicht.

Face Shields können nur bei gleich­zei­tigem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einen erwei­terten Schutz darstellen.  

www.rki.de


Bildnach­weise:
stefan­wasner, Pixel­box­Stock­Footage, Ranta Images – Adobe­Stock
Deutsche Atemwegsliga

Text/Quellen:
Deutsche Atemwegsliga e.V.
Bundes­in­stitut für Arznei­mittel- und Medizin­pro­dukte (BfArM)
Robert Koch Institut (RKI)
Redaktion Sabine Habicht, Redak­ti­ons­leitung Patienten-Bibliothek


Der Beitrag wurde in der Sommer­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.


Schlagwörter: Community-Maske, Corona, CoVid-19, FFP2, FFP3, Maske, Maskenpflicht, RKI, Täglicher Umgang, Viren

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