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Immunsystem gezielt stärken

14. Aug. 2020

Mit der richtigen Ernährung

Das körper­eigene Immun­system – ein komplexes Netzwerk aus Organen (z. B. Darm), Immun­zellen und moleku­laren Struk­turen, das durch effektive Zusam­men­arbeit tagtäglich Höchst­leis­tungen zur Abwehr krank­heits­aus­lö­sender Viren und Bakterien erbringt.

Ein intaktes Immun­system zeichnet sich dadurch aus, dass es die bei der Abwehr erlit­tenen Verluste an Immun­zellen schnell wieder auffüllt. Um das leisten zu können, ist es auf immun­re­le­vante Nährstoffe aus der Ernährung angewiesen.

Hier haben Vitamin C, Zink, Selen, Vitamin A, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren einen wesent­lichen Anteil bei der Prävention und Therapie von virus­be­dingten Atemwegs­er­kran­kungen.

Häufig aber sind ältere und chronisch ranke Menschen unzurei­chend mit diesen Nährstoffen versorgt und tragen daher ein erhöhtes Risiko. Der jeweilige Status der Nährstoff­ver­sorgung im Blut sollte immer zunächst vom behan­delnden Arzt bestimmt werden.

Im Falle eines Mangels kann durch eine Ernäh­rungs­an­passung oder ggf. mit Nahrungs­mit­tel­er­gän­zungs­mitteln eine Korrektur vorge­nommen werden. Wichtig: Nahrungs­er­gän­zungs­mittel nur nach Bestimmung der Nährstoff­ver­sorgung und in Abstimmung mit dem Arzt einnehmen.

Weil die Immun­abwehr wesentlich von der Versorgung mit den folgenden Nährstoffen abhängig, stellt eine gute Ernährung gerade aktuell eine wichtige Inter­vention zum Schutz gegen das Corona­virus dar!

Vitamin C

Vitamin C hat eine wichtige Aufgabe im mensch­lichen Immun­system. Es reichert sich in den Immun­zellen an und verbessert ihre Abwehr­leistung. So hat Vitamin C unter anderem einen Einfluss auf die Dauer und die Schwere eines Atemwegs­in­fektes.

Zusätzlich wirkt Vitamin C als antioxi­da­tives Schutz­schild für unsere Zellen. Bei einem viralen Atemwegs­infekt nimmt der oxidative Stress zu. Damit ist ein Anstieg von aggres­siven Radikalen im Körper verbunden, die unsere gesunden Zellen schädigen können. Vitamin C fängt diese gefähr­lichen Verbin­dungen ab. Oxida­tiver Stress entsteht auch durch Rauchen. Deshalb haben Raucher einen 40 % höheren Vitamin-C-Bedarf.

Zink

Zink ist an der Bildung wichtiger Immun­zellen beteiligt und steigert dadurch die Immun­abwehr. Es ist essen­ziell für den Körper, d.h. es muss über die Ernährung aufge­nommen werden. Der Körper kann es nicht speichern.

Zink wirkt antiviral, denn es verhindert eine Vermehrung von Viren und das Andocken an den Schleim­häuten, z. B. in der Lunge. Bei einem Zinkmangel nimmt die Schleim­haut­dicke in der Lunge ab und die Aktivität von zinkab­hän­gigen Immun­zellen sinkt. Die Folge ist eine erhöhte Anfäl­ligkeit für virale Infekte.

Eine gute Zinkver­sorgung kann nachweislich die Dauer und Schwere viraler Atemwegs­er­kran­kungen deutlich senken.

Selen

Selen trägt ebenfalls wesentlich zur Stärkung des Immun­systems bei, denn es hilft bei der Bildung des Immun­systems bei, denn es hilft bei der Bildung von Antikörpern gegen Viren und kann mögli­cher­weise dazu beitragen, einen schweren Krank­heits­verlauf zu verhindern.

Bei einem Selen­mangel ist das Immun­system abwehr­ge­schwächt, sodass sich Viren leichter im Körper ausbreiten können. Der durch einen Selen­mangel hervor­ge­rufene oxidative Stress begünstigt die Verän­derung eines harmlosen zu einem stark patho­genen Virus und führt so zu einer schweren Erkrankung.

Beta-Carotin/­Vitamin A

Beta-Carotin ist die Vorstufe vom Vitamin A. Vitamin A ist ein fettlös­liches Vitamin, d.h. für die Aufnahme in den Körper wird Fett benötigt. Vitamin A ist (gemeinsam mit Vitamin D) an der Bereit­stellung von Immun­zellen beteiligt, die in den Schleim­häuten vor Viren und Bakterien schützen.

Vitamin D

Das (Sonnen-)Vitamin D fördert die Bildung von immun­un­ter­stüt­zenden Eiweiß­ver­bin­dungen, die antiviral und antimi­kro­biell wirken. In der Ausgabe 26/Frühjahr 2020 berich­teten wir ausführlich über dieses immun­re­le­vante Vitamin.

Omega-3-Fettsäuren

Die essen­zi­ellen (lebens­not­wen­digen) Omega-3-Fettsäuren wirken entzün­dungs­hemmend, zellschützend und unter­stützen das Immun­system bei einem viralen Infekt, indem sie die Bildung von Antkörpern anregen und die Virus­aus­breitung verlang­samen. Bereits in der Ausgabe 25/Winter 2019 sind die stärksten Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren beschrieben worden.

Täglich Ihr Immun­system stärken!

Ausrei­chend trinken:

1,5–2 l Wasser (mit frischer Minze, Zitrone oder Ingwer), ungesüßte Tees und Kaffee)

Essen Sie vorzugs­weise:

4–5 handgroße Portionen buntes Obst und Gemüse sowie Hülsen­früchte
natur­be­lassene Körner, Nüsse&Samen, z. B. als Vollkorn­pro­dukte, im Salat/Müsli (einge­weicht) oder Snack
drei Portionen Milch­pro­dukte (Käse, Joghurt, Quark)
mehrmals pro Woche Fleisch und Fisch, natur­be­lassen


Rezepte aus der Praxis


Autorinnen:

Britta Ziebarth, MSc
Ökotropho­login & Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­lerin
Nordsee­klinik Westfalen Wyk auf Föhr
www.Nordseeklinik.online

Roxana J. Jochheim
Direk­ti­ons­as­sis­tentin, Köchin
Studentin BSc "Ernäh­rungs­the­rapie"
Nordsee­klinik Westfalen

Der Beitrag wurde in der Sommer­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.

Bildnach­weise:
Nordsee­klinik Westfalen
Alexander Raths, Robert Knetschke – Adobe­Stock


Schlagwörter: Abwehrkräfte, chronische Lungenerkrankung, COPD, Ernährung, Immunsystem, Lungenemphysem, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Viren und Bakterien, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D, Zink

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