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Messung der Luftqualität

30. Juli 2020

Hilfs­mittel zur Messung der Luftqua­lität

Der Fokus liegt derzeit meist auf der Luftqua­lität im Freien. Grund­sätzlich verdient die Innen­raum­hy­giene jedoch mindestens genau so viel Aufmerk­samkeit, halten wir uns doch die meiste Zeit des Tages in Räumen und Gebäuden auf.  Da im Innenraum weniger starke Verdün­nungs­ef­fekte wie in der Außenluft wirken, ist die Feinstaub­be­lastung in der Innen­raumluft häufig höher als in der Außenluft
(Quelle: Umwelt­bun­desamt).

Lüften zur falschen Zeit kann gerade in Innen­städten und Ballungs­ge­bieten durchaus kontra­pro­duktiv sein, wenn damit Stick­oxide, Feinstaub und Ozon in die Wohnung gelassen werden. Im Innenraum kann die Staub­kon­zen­tration auch durch Emissi­ons­quellen – wie Rauchen, Kerzen, Staub­saugen ohne Feinstaub­filter im Luftauslass, Bürogeräte, Kochen/Braten, offener Kamin usw. − vor allem der ultra­feinen Partikel, erheblich erhöht werden.   

Und auch die Raumtem­pe­ratur und der Feuch­tig­keits­gehalt der Luft nehmen Einfluss auf das Wohlbe­finden. Eine Studie der Charité Berlin um Professor Christian Witt dokumen­tiert, dass 23 Grad eine Wohlfühl­tem­pe­ratur für Menschen mit Lungen­er­kran­kungen in Wohnräumen ist.

Die techni­schen Möglich­keiten zur Messung von Luftqua­lität – sowohl für den Außen- wie auch für den Innen­be­reich – haben sich in den letzten Jahren deutlich weiter­ent­wi­ckelt. Nachfolgend stellen wir Ihnen nur einige von vielen aktuellen Beispielen zur Messung bzw. Dokumen­tation der Luftqua­lität vor.

Innenraum-Parti­kel­mess­geräte
Der einfach zu bedie­nende Langzeit-Luftqua­li­täts­mo­nitor BQ30 zur Kontrolle der Feinstaub- und CO2-Belastung in der Raumluft detek­tiert Staub, Ruß oder Pollen in einer Parti­kel­größe von 2,5 bis 10 µm (E‑Staub PM10/A‑Staub PM2.5). Darüber hinaus können gleich­zeitig weitere Parameter wie der CO2-Gehalt der Luft, die relative Luftfeuch­tigkeit und die Raumtem­pe­ratur gemessen werden. Abwei­chungen von den einstell­baren Grenz­werten werden durch unter­schied­liche Farbab­stu­fungen angezeigt, Überschrei­tungen durch einen akusti­schen Alarm.  

Mit dem kompakten Mini-Parti­kel­mess­gerät BQ20 können Lufttem­pe­ratur, Luftfeuch­tigkeit und vor allem Hausstaub- und Feinstaub­kon­zen­tra­tionen für die Parti­kel­größen 2.5 und 10 µm kontrol­liert werden. Die quanti­ta­tiven Konzen­tra­tionen von luftge­tra­genem E‑Staub und A‑Staub und deren Parti­kel­massen werden direkt als Massen­anteil der Luft in Mikro­gramm je Kubik­meter auf dem Display angezeigt.

www.trotec.com/raumluft

Luftana­ly­sator 
Der ab dem ersten Quartal 2020 lieferbare Innenraum-Luftana­ly­sator air‑Q (air Quality = Luftqua­lität) kommt Ende 2019 in zwei Versionen auf den Markt: mit 11 und mit 14 Sensoren. Laut Herstel­ler­angabe ist der air‑Q damit der leistungs­fä­higste Luftana­ly­sator für Innen­räume weltweit.

Neben dem Sauer­stoff- und Ozongehalt der Luft werden auch Bestand­teile wie Feinstaub (PM10, PM2.5 und PM1.0), CO2, Stick­stoff­dioxid, Schwe­fel­dioxid, Kohle­monoxid, VOC (flüchtige organische Verbin­dungen wie Formaldehyd, Methan) sowie Luftfeuchte, Tempe­ratur, Luftdruck und Lärm erfasst.

Auf Basis der 14 Sensoren/Parametern lassen sich ein Leistungs- und Gesund­heits­index errechnen. Farblich abgesetzte LEDs am Gerät zeigen auf, ob alles in Ordnung ist. Die air-Q-App (für Android und iOS) zeigt Details und hilft bei der Spuren­suche, sollten Werte wie Feinstaub oder Kohlen­dioxid über den Grenz­werten liegen.

Das Unter­nehmen des Herstellers Corant entstand als Ausgründung aus dem Institut für Physik der TU Chemnitz, das sich mit neuar­tigen Sensor­tech­niken befasst.

www.air‑q.com

Rauch­melder plus Luftgü­te­sensor
Einen Rauch­melder mit „Mehrfunktion“ bietet beispiels­weise Bosch Smarthome mit Twinguard. Neben der klassi­schen Rauch­mel­de­funktion, mit optischem und akusti­schem Alarm, misst ein integrierter Luftgü­te­sensor neben der Raumtem­pe­ratur auch die relative Luftfeuch­tigkeit sowie flüchtige organische Stoffe (VOC) als Gesamt­kon­zen­tration.

Die Luftgü­te­werte können über eine entspre­chende App mobil abgefragt werden. 

www.bosch-smarthome.com

App zur Außen­luft­qua­lität
Das Umwelt­bun­desamt hat eine neue App zur Außen­luft­qua­li­täts­kon­trolle für Android- und iPhone-Geräte gestartet. Die kostenlose und werbe­freie App stellt stündlich aktua­li­sierte Daten für die Schad­stoffe Feinstaub (PM10), Stick­stoff­dioxid (NO2) und Ozon (O3) zur Verfügung, wobei der Schad­stoff mit der schlech­testen Einzel­be­wertung das Gesamt­ergebnis des Luftqua­li­täts­in­dexes bestimmt.

Die Daten stammen von über 400 Luftmess­sta­tionen aus ganz Deutschland. Ein Luftqua­li­täts­index, der von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ reicht, infor­miert über die Luftqua­lität jeder Station. Je nach Wert zeigt die App auf, ob die Luftver­schmutzung bedenklich ist oder Aktivi­täten im Freien empfeh­lenswert sind. Auch der Empfang von Warnhin­weisen kann einge­stellt werden, um schnell infor­miert zu sein.

Umfas­sendere Infor­ma­tionen und Recherchen zur Luftqua­lität aktuell und in der Vergan­genheit ermög­licht das erwei­terte und neuge­staltete Internet-Luftda­ten­portal des Umwelt­bun­des­amtes auf www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftdaten.

Neu ist auch hier der Luftqua­li­täts­index, der genau wie in der App einen schnellen Überblick über die aktuelle Situation gibt. Zusätzlich stellen Diagramme die Entwicklung des LQI in vergan­genen Zeiträumen bis zum aktuellen Zeitpunkt dar. Das Luftda­ten­portal bietet zudem deutsch­land­weite Konzen­tra­ti­ons­karten, die zeigen, wie stark die Belastung in Deutschland durch einen von fünf auswähl­baren Luftschad­stoffen (PM10, NO2, Ozon, Schwe­fel­dioxid, Kohlen­monoxid) regional zu bestimmten Tagen und zum Teil auch Uhrzeiten ausfiel. Zusätzlich ist eine Ozonvor­hersage für den aktuellen Tag und die kommenden zwei Tage verfügbar.

PM10 – Feinstaub­par­tikel mit einem airody­na­mi­schen Durch­messer von weniger als 10 Mikro­meter (µm) und wird auch als E‑Staub (einatem­barer Staub) bezeichnet, der beim Einatmen über die Atemwege aufge­nommen werden kann.

PM2.5 – Feinstaub­par­tikel mit einem aerody­na­mi­schen Durch­messer kleiner als 2.5 Mikro­meter. Die Partikel sind so klein, dass sie beim Einatmen über die Atemwege aufge­nommen werden und bis in die Alveolen und Bronchiolen der Lungen­bläschen eindringen und dort länger verweilen können. Diese winzigen Partikel werden auch als A‑Staub (Alveolen-Staub) bezeichnet.


Bildnachweis:
JPOX-Studio, Pannarai – Adobe­Stock
www.trotec.com
www.bosch-smart-home.com
Umwelt­bun­desamt, www.umweltbundesamt.de

Redaktion:
Sabine Habicht, Redak­ti­ons­leitung Patienten-Bibliothek


Dieser Beitrag wurde in der Winter­ausgabe 2019 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.

Lesen Sie mehr über das Thema Luftqua­lität in der Winter­ausgabe.

Schlagwörter: Außenluftqualität, Feinstaub, Hilfsmittel, Innenraum-Partikelmessgeräte, Innenraumhygiene, Luftgüte, Luftqualität, Messung, Ozon

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