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Frauen und COPD mehr im Fokus

03. Sep. 2020

Künst­ler­wett­bewerb: Ihre Stimme zählt

Um Medizin­stu­denten Anatomie, also die Lehre vom Aufbau bzw. der Gestalt des Körpers, auch im Hinblick auf Erkran­kungen näher zu bringen, begann der Arzt Frank Netter Ende der 1930er Jahre lebensnahe Bilder zu zeichnen.

Unter anderem veröf­fent­lichte er eine Reihe von inzwi­schen weltweit bekannten und vielfach einge­setzten Skizzie­rungen, die sowohl Männer mit einer COPD, d.h. chroni­schen Bronchitis und/oder einem Lungen­em­physem, darstellen und dabei die mit der Erkrankung einher­ge­henden körper­lichen Verän­de­rungen hervor­heben.

Obwohl erkannt wurde, dass diese Form der lebens­echten Darstellung zu einem besseren Verständnis für die Erkran­kungen beiträgt, gibt es bisher keine vergleich­baren Bilder von Frauen mit COPD

Um an dieser Situation etwas zu ändern, wurde am inter­na­tio­nalen Frauentag von der  Europäi­schen Lungen­stiftung (Europan Lung Foundation – ELF) in Zusam­men­arbeit mit der in England ansäs­sigen McIvor Medicine Profes­sional Corpo­ration, einer Gesell­schaft, die sich um die bildliche Darstellung in der Medizin bemüht, ein Künst­ler­wett­bewerb ins Leben gerufen.

“Dieser Wettbewerb ist eine Hommage an alle Frauen mit Atemwegs­er­kran­kungen, die aufgrund ihrer spezi­fi­schen Erkrankung und damit einher­ge­henden Auswir­kungen, aber auch durch andere Missstände, oft in Verges­senheit geraten”, formu­liert Isabel Saraiva, Vorsit­zende der Europäi­schen Lungen­stiftung und Selbst COPD-Patientin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Blick­wickel mehr auf Frauen mit Atemwegs­er­kran­kungen zu richten.  

Der Wettbewerb will nicht nur zu einem besseren Verständnis für die Erkrankung und die spezielle Situation von Frauen mit COPD beitragen, die Bilder sollen zudem möglichst langfristig Eingang in die darstel­lende Anatomie der Medizin finden.

Insgesamt 57 Bilder von höchster Qualität wurden inzwi­schen einge­reicht, woraus eine Jury eine Vorauswahl der fünf besten Bilder getroffen hat. Nun werden die Öffent­lichkeit und insbe­sondere Atemwegs- und Lungen­pa­ti­en­tinnen gebeten, aus dieser Auswahl den oder die Gewinner(in) des Wettbe­werbs zu ermitteln.

Bis zum 23. September 2020 können Sie hier Ihre Stimme abgeben. Machen Sie mit!

Der oder die Preisträger(in) erhält neben dem Preisgeld in Höhe von 5.000,– € auch die Beauf­tragung, eine Bilder­serie von Frauen mit Atemwegs­er­kran­kungen zu erstellen. Die Zeich­nungen werden im Dezember 2020 der Öffent­lichkeit vorge­stellt.

Weitere Infor­ma­tionen zur Europäi­schen Lungen­stiftung: www.europeanlung.org


* COPD (engl. Chronic obstructive pulmonary disease = chronisch obstruktive Lungen­er­krankung) und Lungen­em­physem sind Erkran­kungen, die mit einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege und somit Einschränkung der Lungen­ven­ti­lation (Luftströmung) einher­gehen.

Aufgrund der Verengung der Atemwege gelangt der mit der Atemluft aufge­nommene Sauer­stoff schlechter zu den Lungen­bläschen (Alveolen), die für die Sauer­stoff­auf­nahme in den Blutkreislauf zuständig sind.

Bei einem Lungen­em­physem verringert sich zudem die Anzahl der Alveolen und die Lufträume in der Lunge vergrößern sich, was dazu führt, dass der Gasaus­tausch zwischen Lunge und Blut (kleiner Lungen­kreislauf) gestört ist.

Durch diese Verän­de­rungen an der Lunge bzw. den Atemwegen kann nicht mehr genügend Sauer­stoff vom Körper aufge­nommen werden und es gelangt zu wenig Sauer­stoff ins Blut bzw. in den Blutkreislauf.  


Bildnachweis:
European Lung Foundation ELF
Robert Kneschke – Fotolia.com

Text:
Sabine Habicht, Redak­ti­ons­leitung Patienten-Bibliothek
Quelle European Lung Foundation


Mehr über den Wettbewerb und von Isabel Saraiva, Vorsit­zende der European Lung Foundatio, finden Sie in der kommenden Herbst­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge.

Schlagwörter: Anatomie, COPD, Erkrankungen verstehen, Europäische Lungenstiftung, European Lung Foundation, Frauen, Künstler, Lungenemphysem

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