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Selbsthilfe geht weiter

08. Aug. 2020

Selbst­hilfe in Corona­zeiten

Dranbleiben …das Beste draus machen, jeder nach seinem Befinden

Vor fast zehn Jahren hat Hans Markowis die Selbst­hil­fe­gruppe Pforzheim der Patien­ten­or­ga­ni­sation Lungenemphysem–COPD Deutschland mit ins Leben gerufen. So lange ist es auch her, dass bei dem Büchen­bronner ein Lungen­em­physem diagnos­ti­ziert worden ist. Der monat­liche Austausch über chronische Atemwegs­er­kran­kungen in der derzeit bis zu 30 Personen zählenden Selbst­hil­fe­gruppe gehört seitdem zu seinem Leben. Seit März ist aller­dings Schluss mit den Treffen im Siloah St. Trudpert Klinikum. Das Corona­virus sorgt dafür, dass alle Aktivi­täten ruhen.

Zu den Angeboten gehören norma­ler­weise auch thema­tisch passende Vorträge oder gemeinsame Ausflüge. Das bedeutet aller­dings nicht, dass Markowis den Kontakt zu den Gruppen­mit­gliedern abreißen lässt. „Mancher geht gelassen mit der Situation um, andere sind sehr ängstlich und trauen sich nichts mehr zu“, beschreibt der 69-Jährige die Stimmungslage der 60- bis 85-jährigen Frauen und Männer aus Pforzheim und dem Enzkreis. Am Telefon oder per Mail erkundigt er sich nach dem Wohlergehen oder leitet Infor­ma­tionen der Patien­ten­or­ga­ni­sation zum Krank­heitsbild weiter.

Keiner ist ohne Hilfe

„Ich weiß von keinem, der derzeit ohne Hilfe dasteht“, sagt der Büchen­bronner. Ob diese nun von Famili­en­mit­gliedern, der Nachbar­schafts­hilfe oder den Partnern geleistet werde. Markowis selbst vermeidet alles, was ihn in die Nähe anderer Menschen führt. „Einkaufen geht meine Frau“, sagt der Büchen­bronner. Aller­dings rate er jedem Betrof­fenen im Rahmen seiner Möglich­keiten auch jetzt an die frische Luft zu gehen, sich – mit Abstand zu Anderen – ein wenig zu bewegen. „Schon ohne Corona kämpft so mancher chronisch Lungen­kranke mit psychi­schen Problemen, weil er kaum die Treppe hochkommt oder selbst unter die Dusche zu gehen sehr schwierig sein kann“, weiß Markowis.

Derzeit sei eine Thera­peutin der TSG Niefern dabei, Videos zum Lungen­sport für Zuhause ins Internet zu stellen. Dranbleiben, das Beste draus machen, jeder nach seinem Befinden  – das ist es, was Markowis weiter­geben möchte: „Wir müssen versuchen, mit unserer Krankheit zu leben – auch in Zeiten von Corona.“


Autorin: Nadine Schmidt
Pforz­heimer Zeitung
www.PZ-news.de

Bildnachweis:
Nadine Schmidt, Pforz­heimer Zeitung


Der Gesamt­beitrag wurde am 14. April 2020 in den Pforz­heimer News und in einer gekürzten Version mit freund­licher Geneh­migung als Zweit­pu­bli­kation in der Sommer­ausgabe 2020 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.


                                                  

Mailing­liste

…ein unmit­tel­barer, direkter Erfah­rungs­aus­tausch

Die Mailing­liste ist der Zusam­men­schluss von Betrof­fenen und Angehö­rigen, die sich per Mail in einem geschlos­senen Kreis über ihre Atemwegs­er­kran­kungen und die damit einher­ge­henden Probleme, Ängste und Sorgen austau­schen. Es werden sowohl Erfah­rungen und Tipps weiter­ge­geben als auch Fragen gestellt und von Mitgliedern der Mailing­liste beant­wortet.

Für den persön­lichen Austausch stehen bundesweit regionale Selbst­hil­fe­gruppen zur Verfügung.

Die Patien­ten­or­ga­ni­sation Lungen­em­physem-COPD Deutschland ist eine Inter­es­sen­ge­mein­schaft, die im Jahr 2001 auf Initiative von Jens Lingemann, der selbst an COPD und Lungen­em­physem erkrankt ist, gegründet wurde. Sowohl die Mailing­liste als auch der zwei- bis dreimal pro Monat erschei­nende Newsletter, der Publi­ka­tionen zu allen Lungen­er­kran­kungen, zu Studi­en­ergeb­nissen sowie zu neuen wissen­schaft­lichen Erkennt­nissen der thera­peu­ti­schen Möglich­keiten enthält, können kostenfrei genutzt werden.

Auf der Inter­net­seite können Sie sich unter dem Menüpunkt Anmel­dungen für die Mailing­liste regis­trieren lassen und den Newsletter abonnieren:

www.lungenemphysem-copd.de


Schlagwörter: COPD, Corona, Erfahrungsaustausch, Hilfe zur Selbsthilfe, Lungenemphysem, Selbsthilfe, Selbsthilfe geht weiter

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