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Omega-3-Fettsäuren …bei COPD

05. Aug. 2020

Positive Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren

Eine wesent­liche Begleit­erscheinung der COPD-Erkrankung ist die dauer­hafte Entzündung und Verengung der Atemwege. Bekannt ist auch, dass eine Vermeidung von Exazer­ba­tionen, die an erster Stelle durch virale Infekte der Atemwege ausgelöst werden, sich positiv auf den Krank­heits­verlauf und die Lebens­er­wartung auswirkt.

Ernäh­rungs­in­ter­ven­tionen greifen deshalb den entzün­dungs­hem­menden und immun­un­ter­stüt­zenden Charakter mancher Nährstoffe auf. Dazu zählen die Omega-3-Fettsäuren.

Lebens­not­wendige Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den wertvollen, mehrfach ungesät­tigten Fettsäuren und sind essen­ziell, also lebens­not­wendig. Sie können vom Körper nicht selbst herge­stellt werden und müssen über die Nahrung aufge­nommen werden.

Der mensch­liche Organismus benötigt Omega-3-Fettsäuren für verschie­denste Aufgaben. Sie sind z. B. an der Herstellung von Hormonen, am reibungs­losten Funktio­nieren des Stoff­wechsels und an der Stärkung des Immun­systems beteiligt. Ebenso fungieren sie als Bauma­terial für unsere Zellen, d.h. der Körper bildet mit ihrer Hilfe neue Zellen oder repariert sie.

Bedarfs­de­ckung und Resorption
Algen, Moose und Farne verfügen über hohe Konzen­tra­tionen an Omega-3-Fettsäuren. Im Meer freile­bende Kaltwas­ser­fische wie Lachs, Hering, Makrele oder Thunfisch nehmen Algen über die Nahrungs­kette auf und sind deshalb besonders reich an Omega-3-Fettsäuren. Auch freile­bendes Wild, das sich von Omega-3-Fettsäure-haltigen Moosen und Farnen ernährt, hat einen hohen Anteil.

Auch verschiedene Pflan­zenöle dienen als Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Der Körper muss sie umwandeln, um sie nutzen zu können. Die günstigste Quelle dafür ist das Leinöl mit einem Gehalt von 71 %. Auch Hanföl (ca. 17 %), Walnussöl (ca. 13 %) und Rapsöl (ca. 9 %) enthalten hohe Anteile und sind zu empfehlen.

Nicht zu vergessen sind Walnüsse (ca. 7,5 %) und geschrotete Lein- (ca. 22 %) oder Chiasamen (ca. 18 %), die als wertvolle Liefe­ranten die tägliche Nahrung aufwerten.

Empfohlene Aufnah­me­menge
Die D‑A-CH-Referenz­werte der Deutschen Gesell­schaft für Ernährung geben für die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren bei einem gesunden Erwach­senen einen Schätzwert von 0,5 Prozent der täglichen Nahrungs­en­ergie an. Dies entspricht 1,3 Gramm pro Tag bei einer durch­schnitt­lichen Energie­zufuhr von 2.400 kcal.

Bislang wurden aller­dings bei COPD keine konkreten Zufuhr­emp­feh­lungen ausge­sprochen.

Die wertvollen Fettsäuren gelten allgemein als gut verträglich, dennoch legen einige Studien nahe, dass eine Überdo­sierung nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern sich mögli­cher­weise negativ auf den LDL-Chole­ste­rin­spiegel auswirken kann. Es ist wie mit vielen Dingen im Leben, es ist gesünder, maßvoll mit ihnen umzugehen!



Autorinnen

Britta Ziebarth, MSc
Ökotropho­login & Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­lerin
Nordsee­klinik Westfalen, Wyk auf Föhr
www.Nordseeklinik.online

Roxana J. Jochheim
Direk­ti­ons­as­sis­tentin, Köchin
Studentin BSc “Ernäh­rungs­the­rapie“
Nordsee­klinik Westfalen

Bildnachweis:
Nordsee­klinik Westfalen
Björn Wylezich, euthymia – Adobe­Stock


Der Beitrag wurde in der Winter­ausgabe 2019 der Patienten-Bibliothek – Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.

Schlagwörter: COPD, Ernährung, Immunsystem, Infekte, Leinsamen, Lungenemphysem, Nährstoffe, Omega-3-Fettsäuren

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