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Impfempfehlung Gürtelrose

13. Mai 2020

Herpes­viren – eine große Familie

Wenn wir an Herpes denken, verbinden wir damit häufig zunächst die kleinen Lippen­bläschen, die das Herpes-simplex-Virus Typ 1 verur­sacht. Dabei hat die Familie der Herpes­viren über 200 bekannte Mitglieder, neun von ihnen sind für den Menschen spezi­fisch.

Zu diesen humanen Herpes­viren (HHV) gehören nebenden Herpes-simplex-Viren des Typ 1 und 2 das Varizella-Zoster-Virus, das Epstein-Barr-Virus, das Cytome­ga­lie­virus, das humane Herpes­virus 6A, 6B und 7 sowie das Kaposi­s­arkom-assozi­ierte Herpes­virus. Zu den durch Herpes­viren ausge­lösten Krank­heiten zählen neben Lippen- oder Genital­herpes auch Windpocken, Gürtelrose, das Pfeif­fersche Drüsen­fieber und verschiedene Krebs­er­kran­kungen. Mittler­weile lassen sich zwar die Symptome vieler dieser Krank­heiten effektiv behandeln, die Herpes­viren selbst kann man aller­dings nicht außer Gefecht setzen. Einzig gegen das Varizella-Zoster- Virus (auch Gürtelrose genannt) kann man sich durch Impfungen schützen.

Herpes­viren begleiten den Menschen seit Millionen von Jahren und haben sich dem Menschen sehr gut angepasst. Ist man einmal infiziert, verbleibt das Herpes­virus ein Leben lang im Körper. So kommt es, dass jeder erwachsene Mensch eines oder mehrere der neun Herpes­viren in sich trägt. Nach der Erstin­fektion, die häufig sympto­ma­tisch unbemerkt bleibt, begeben sich die Herpes­viren in den sogenannten Zustand der Latenz. In die ser Phase werden keine neuen Virus­par­tikel produ­ziert, und das Virus wird nur schlecht oder gar nicht vom Immun­system erkannt. Erst bei Reakti­vierung, die beispiels­weise durch ein geschwächtes Immun­system hervor­ge­rufen werden kann, vermehrt sich das Virus im Körper und Krank­heits­sym­ptome können auftreten. Die Reakti­vierung kann jedoch auch ohne auffällige Symptome für den Betrof­fenen ablaufen, bei denen sich aber dennoch das Herpes­virus vermehrt und ausge­schieden wird, sodass es zur Übertragung auf andere Menschen kommen kann.

Quelle: HZI Helmholtz – Zentrum für Infek­ti­ons­for­schung https://www.helmholtz-hzi.de/de/

Abruf 01.02.2020

Herpes Zoster – Gürtelrose

Herpes Zoster (Gürtelrose) ist ein bläschen­för­miger, oft schmerz­hafter, strei­fen­för­miger Ausschlag am Oberkörper.

Die Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verur­sacht. Neben der Gürtelrose löst das Virus auch andere Erkran­kungen wie Windpocken aus. Einmal infiziert, verbleiben die Viren im Körper und kön-nen auch nach Jahrzehnten wieder aktiv werden. Die Ständige Impfkom­mission (STIKO) empfiehlt in ihrem aktuellen Impfka­lender für 2019/2020 bei Personen mit einer erhöhten gesund­heit­lichen Gefährdung infolge einer Grund­er­krankung wie z. B. chronisch obstruk­tiven, d.h. veren­genden Lungen­er­kran­kungen (wie z. B. COPD, Lungen­em­physem) oder Asthma bronchiale, die 50 Jahre und älter sind eine Herpes-Zoster-Impfung. Eine zweimalige Impfung mit dem Totimpf­stoff im Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten sollte erfolgen.

Die Ständige Impfkom­mission (STIKO) empfiehlt die Impfung mit dem Totimpf­stoff, da dieser im Gegensatz zum Lebend­impf­stoff eine hohe Schutz­wirkung auch in höheren Alters­gruppen hat und über eine längere Schutz­dauer verfügt. Außerdem ermög­licht der Totimpf­stoff eine größere Anwen­dungs­breite, da auch Personen mit geschwächtem Immun­system geimpft werden können.

Derzeit ist unklar, ob eine Auffrisch­impfung notwendig ist. Auch wenn die Wirksamkeit des Impfstoffes mit der Zeit etwas abnimmt, lassen Immuno­ge­ni­täts­daten er warten, dass die Impfung über mindestens 10 Jahre schützt. Die Kosten der Impfung werden von der gesetz­lichen Kranken­kasse übernommen.

Quelle: www.rki.de – Impfka­lender 2019/2020 und Fakten­blatt Herpes-Zoster-Impfung.


Dieser Beitrag wurde in der Frühjahrs­ausgabe 2020 der Zeitschrift Atemwege und Lunge veröf­fent­licht.

Fotos: bd Adobe­Stock matha­gra­phics

Schlagwörter: COPD, Gürtelrose, Helmholtz, Herpes Zoster, Immunsystem, Impfung, Infektionsforschung, Lungenemphysem, Prävention, RKI, Viren

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