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Schlaf ist die beste Medizin

04. Mai 2020

Wichtigstes Regene­ra­tions- und Repara­tur­pro­gramm

Schlaf ist ein hochak­tiver Prozess. Während des Schlafes verbraucht der Mensch nur unwesentlich weniger Energie als im Wachzu­stand. Die moderne Schlaf­for­schung macht deutlich: Schlaf ist das wichtigste Regene­ra­tions- und Repara­tur­pro­gramm des Menschen.

Trotzdem stehen mehr als 80 Prozent der Deutschen morgens mit dem Wecker auf und beenden das wichtigste Regene­ra­ti­ons­pro­gramm des Menschen vorzeitig, bevor es alle seine Aufgaben erfüllt hat. Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf unserem Planeten, welches seinen Schlaf künstlich verkürzt und nicht ausschläft.

Dabei hat der Schlaf für den mensch­lichen Organismus unersetz­liche Funktionen.

Nachfolgend einige Beispiele:

  • Während des Tiefschlafes wird von der Hirnan­hang­drüse das Wachs­tums­hormon ausge­schüttet. Es hat wachs­tums­för­dernde, anabole und metabo­lische Effekte. Es wirkt vor allem über eine Aktivierung von Wachs­tums­fak­toren an Muskeln, Leber, Knochen und auch auf die Zellen des Fettge­webes. Es ist für Energie­ein­la­ge­rungs­pro­zesse auf Zellebene verant­wortlich und damit ein wesent­licher Bestandteil der körper­lichen Regene­ration.
  • Ausrei­chend Schlaf reguliert das Körper­ge­wicht. Leptin, ein appetit­zü­gelndes Proteo­hormon wird während des Schlafes haupt­sächlich von Fettzellen expri­miert. Leptin hemmt das Auftreten von Hunger­ge­fühlen und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Fettstoff­wechsels. Zusammen mit einer verän­derten Insulin­emp­find­lichkeit der Fettzelle beschreiben Studien einen Zusam­menhang zwischen der Schlaf­dauer und der Neigung von Überge­wicht. Dabei neigen Menschen mit einer kürzeren Schlaf­dauer beispiels­weise zu einer vermehrten Kalorien­zufuhr und zu vermehrtem Überge­wicht. 
  • Schlaf stärkt das Immun­system. Studien haben mehrfach belegt, dass bei gesundem und ausrei­chendem Schlaf natür­liche Abwehr­zellen in größerer Zahl gebildet werden. Bakterien und Viren können besser bekämpft werden. So führt beispiels­weise schon eine Nacht ohne Schlaf zu einer Reduktion der T‑Zell-Funktion, welche infizierte Zellen suchen und abtöten. In einigen Studien erhielten Menschen Erkäl­tungs­viren und es zeige sich, dass ein Zusam­menhang zwischen der Schlaf­dauer und dem Ausbruch einer Erkältung bestand. Kürzerer Schlaf war mit einer erhöhten Erkäl­tungs­wahr­schein­lichkeit assoziiert.

Dr. Dipl.-Psych. Hans-Günter Weeß

Inter­dis­zi­pli­näres Schlaf­zentrum, Pfalz­kli­nikum Klingen­münster


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Schlagwörter: Immunsystem, Körpergewicht, Regeneration, Schlaf, Schlafforschung, schlaflos, Schlafstörung

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